Südafrika ist sicherlich nicht ein Austauschprogramm wie jedes andere! Es ist ein Land im Umbruch, der Gegensätze und ein Schmelztigel der Kulturen. Hier treffen Schwarz auf Weiß, europäische und traditionall geprägte schwarzafrikanische Kulturen aufeinander.
Mitbringen musst du die Flexibilität, dich auf völlig andere Lebensumstände einlassen zu können. Viele Gastschüler wohnen bei schwarzen Gastfamilien, die eine der vielen Landessprachen Südafrikas sprechen. Schulsprache ist Englisch, aber es wird deine Bereitschaft vorausgesetzt, Afrikaans zu lernen.
Die Programmdirektorin in Südafrika hat es so zusammengefasst:
Unsere Teilnehmer müssen extrem aufgeschlossen, diplomatisch und willens sein, sich voll und ganz an das Leben in Südafrika anzupassen. Dies ist oft nicht so einfach, besonders, da Südafrika auf den ersten Blick ein sehr westliches Land zu sein scheint. Es gibt alles was das Herz begehrt zu kaufen, die Infrastruktur ist gut ausgebaut aber wer hier länger verweilt und sein Leben anpassen will, merkt sehr schnell, dass Südafrika ein Teil Afrikas ist und die Uhren hier anders ticken. Dazu gehört auch, dass unsere Schüler sich hier, wie auch afrikanische Teenager, nicht ohne weiteres allein fortbewegen können und man auf die Kooperation der Gasteltern hoffen muss. Einer unsere Schüler hat es auf den Punkt gebracht: „In Südafrika ist einfach nichts logisch, versuchst du das Land durch logisches denken zu begreifen, hast du keine Chance.“ Er hat so recht! Akzeptiert man den Rhythmus des Landes, hat man in Südafrika die Chance eine Austauscherfahrung zu machen die den Erfahrungen der ersten Schüler gleicht, die vor vielen Jahren als Vorreiter Amerika eroberten.
Viele fragen nach den Erwartungen der Gastfamilie: Diese Frage lässt sich schwer beantworten. Natürlich erwarten alle Familie Respekt vor den Hausregeln, ihrer Kultur und den Menschen des Landes. Aber auch Dinge wie z.B. der angemessene Umgang mit dem Taschengeld wird erwartet. In SA verdienen viele Menschen weniger als deutsche Schüler im Ausland als monatliches Taschengeld von ihren Eltern bekommen! Eine der wichtigsten Vorraussetzungen ist jedoch die, dass man versteht, dass Südafrika kein Land ist, in das man in erster Linie zum Englisch lernen fährt. Wir haben 11 Landessprachen und nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Südafrikaner nennt Englisch seine Muttersprache, ehrliches Interesse an Land und Leuten ist gefragt. Und auch die Bereitschaft evt. die eine oder andere afrikanische Sprache zu lernen gehört dazu.
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