Sonntag, 24. September 2017
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England: Sprachkurs - Englisch - Gastfamilie

 

Text von Lynn Wortmann, erschienen in:
(Nix für) Stubenhocker. Die Zeitung für Auslandsaufenthalte, Nr. 6 / 2016, S. 30-32

 

„British English“ aus erster Hand

Zwei Wochen Sprachkurs, Freizeit, Gastfamilie

 

Sprachkurs England

 

Bevor das Abenteuer Sprachreise in Poole für meine Freundin und mich losging, gab es einige Informationsveranstaltungen zur Vorbereitung. Ein besonders wichtiges Thema war die Lebensweise von englischen Familien, um die kulturellen Eigenheiten in England kennenzulernen. Außerdem wurde uns erzählt, dass es nicht schlimm sei, wenn wir nicht perfekt Englisch sprechen könnten, denn wir wären ja dort, um die Sprache zu lernen. Die Gastfamilien hätten meistens schon mehrere Sprachschüler vor uns aufgenommen und könnten deswegen gut damit umgehen, wenn wir nicht auf Anhieb alles verständen, was sie sagten. Ein paar Tage, bevor die Reise begann, bekamen wir eine Packliste, die sich als sehr hilfreich herausstellte: An Schwimmsachen hätte ich zum Beispiel selbst nicht gedacht. Als ich begann, meinen Koffer zu packen, stieg auch die Vorfreude. Am Tag der Abreise stiegen meine Freundin und ich in den Bus nach Poole, in Richtung des lang ersehnten Abenteuers. In dem Bus saßen noch weitere Jugendliche, die genau das Gleiche vorhatten wie wir – eine zweiwöchige Sprachreise in England. Von nun an würde alles neu für mich sein, unbekannte Menschen, eine andere Stadt in einem fremden Land. Doch der Abschied von meiner Mutter fiel mir nicht schwer, denn ich wusste, dass mir mit meiner Freundin an meiner Seite nichts passieren konnte. Mit einer vertrauten Person in ein fremdes Land zu fahren, gab mir viel Sicherheit.


„Nach mehr als 15 Stunden Fahrt kamen wir endlich in Poole an.“


Im Bus war die Stimmung gut, wir lernten schnell die anderen Jugendlichen kennen und tauschten uns über unsere Wünsche, aber auch Ängste aus. Während der Fahrt erhielten wir einige  Informationen zur Freizeitgestaltung und zu den Verhaltensregeln bei unserem Aufenthalt. Zum Beispiel erfuhren wir, dass wir die Abende frei gestalten durften und hinfahren konnten, wo wir wollten. Allerdings sollten wir der Gastfamilie immer Bescheid sagen, wann wir wieder nach Hause kommen würden. Nach mehr als 15 Stunden Fahrt kamen wir endlich in Poole an. Als wir ausstiegen, standen zahlreiche Gastfamilien vor dem Bus, und jede hielt ein Schild mit dem Namen des gesuchten Gastschülers hoch. Nachdem wir einige Minuten gesucht hatten, fanden meine Freundin und ich unsere Gastfamilie. Die Begrüßung war sehr freundlich. Unsere Gasteltern erzählten uns, dass sie vier Kinder hätten, die zu Hause schon gespannt auf uns warteten. Während der Fahrt im Auto unserer Gastfamilie wurde mir bewusst, dass es nun kein Zurück mehr gab – das Abenteuer hatte also wirklich begonnen. Angekommen am Haus unserer Gasteltern, standen die vier Kinder bereits vor der Tür und begrüßten uns herzlich. Dann folgte eine Hausbesichtigung, die damit endete, dass wir unser Zimmer bezogen und uns dort erst einmal ausruhten. Dann fingen wir an, unsere Koffer auszupacken. Anschließend zeigte uns die jüngste Tochter der Familie die Bushaltestelle und erklärte uns, welche Linien uns zur Stadt und zur Schule bringen würden.

 

Sprachkurs Gastfamilie Sprachkurs Englisch


Am ersten Abend traf unsere Reisegruppe sich an der Schule, damit alle den Weg dorthin kannten. Dann fuhren wir gemeinsam in die Stadt und machten einen Rundgang, um die wichtigsten Orte und Treffpunkte kennenzulernen. Den restlichen Abend konnten wir frei gestalten. Das gefiel uns sehr gut, denn so konnten wir unsere ersten Eindrücke sammeln, und es gab mir auch mehr Sicherheit, da ich nun schon den Schulweg und die Stadt gesehen hatte und die anderen Jugendlichen besser kennenlernte. Am zweiten Tag begann der Sprachkurs für uns. Der erste Schultag fing um 9 Uhr an. Beinahe hätten meine Freundin und ich den Bus verpasst, aber zum Glück ging es noch mal gut. Leider stellten wir fest, dass wir die einzigen aus der Gruppe waren, die auf der Hinreise zusammen im Bus gesessen hatte. Vor der Schule warteten zum Glück unsere Teamer auf uns. Wir hatten schon Angst gehabt, nicht den richtigen Raum zu finden, der uns am Vortag genannt worden war, denn wir hatten die Schule ja noch nicht von innen gesehen. Im Eingangsbereich wurden wir je nach Alter in verschiedene Klassen eingeteilt, damit nicht 17-Jährige und 14-Jährige in eine Klasse kamen, denn die Älteren waren natürlich schon viel weiter im Englischunterricht. Leider waren meine Freundin und ich nicht in einer Klasse, was wir aber später als vorteilhaft empfanden. Auf diese Weise hatten wir unterschiedliche Lehrer und es gab nach den drei Stunden Unterricht genug zu erzählen. Außerdem unterrichtete natürlich jeder Lehrer etwas anders. Ich war bei einem sehr tollen Lehrer gelandet, der viel Interesse daran zeigte, was wir bereits in unserem Englischunterricht zu Hause durchgenommen hatten. Der Lehrer meiner Freundin war etwas strenger und hatte kein Interesse an dem Englischunterricht in Deutschland.


„Die Teamer waren jederzeit ansprechbar, und ich fühlte mich sehr gut betreut.“


Nach der Schule fuhren wir zu unserer Gastfamilie und aßen zusammen zu Mittag, bevor wir wieder in den Bus stiegen, um zur ersten Aktion der Teamer zu fahren – und das war „Laser Quest“ spielen. Es hörte sich sehr interessant an, aber wir konnten uns noch nichts darunter vorstellen. Als wir ankamen, wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt, und dann begann das Spiel: Wir schossen mit Laserwaffen auf die gegnerische Gruppe. Das war wirklich eine tolle Aktion. Am Abend war eine Willkommensparty geplant, diese war natürlich ohne Alkohol, aber dafür mit viel Spaß. Die Party gefiel uns sehr gut, denn alle waren sehr locker und wir hatten viel Zeit, um uns mit den anderen Jugendlichen zu unterhalten und auch zu tanzen. An den weiteren Tagen der Reise hatten wir jeden Tag drei Stunden Sprachunterricht, mal am Nachmittag und mal am Morgen. Die Abwechslung fand ich sehr gut, denn so konnte ich auch mal morgens in die Stadt gehen. Jeden Tag wurde uns Programm geboten, zum Beispiel ein Besuch im Wasserpark, ein Ausflug zu der Halbinsel Sandbanks oder auch Kinobesuche. Für dieses Programm mussten wir nichts extra bezahlen, das gehörte nämlich alles zur Sprachreise. Dies führte natürlich dazu, dass wir unser ganzes Taschengeld für Kleidung bei Primark ausgaben. Die Teamer waren jederzeit ansprechbar, und ich fühlte mich sehr gut betreut, denn sie waren immer für Fragen offen und konnten uns auch sehr oft helfen, wenn es zum Beispiel darum ging, wo wir am besten shoppen gehen konnten oder wie man der Gastfamilie beichten sollte, dass man deren Lunchpakete für die Schule nicht mochte.


Wir hatten uns natürlich vor allem für diese Sprachreise entschieden, um unsere Sprachkenntnisse zu verbessern. Am meisten Englisch und über die Sprache selbst lernten wir in der Schule. Bei den Gastfamilien waren wir nämlich oft nur ein bis zwei Stunden am Tag und zum Schlafen. Am ersten Schultag verfassten wir einen Steckbrief über uns sowie unsere Wünsche und Vorstellungen, die wir bezüglich des Unterrichts hatten. Die Briefe gaben wir unserem Lehrer, die ihm dabei halfen, uns besser kennenzulernen und auch unsere Erwartungen einschätzen zu können. Außerdem konnte er gleichzeitig feststellen, in welchen Bereichen wir Schwierigkeiten beim Verfassen des Briefes hatten. In den nächsten Tagen nahmen wir die Grundregeln der englischen Sprache durch und unserem Lehrer fiel auf, dass wir oft „American English“ und „British English“ vermischten. So kam es dazu, dass wir uns noch einmal intensiv mit dem „British English“ beschäftigten, indem wir viele Spiele und Interviews veranstalteten. Unser Lehrer verbesserte uns jedes Mal, wenn wir ein Wort in „American English“ aussprachen. Nach ein paar Tagen fingen wir an, uns näher mit der englischen Sprache zu befassen, wie sie sich ausgebreitet hatte und welche Unterschiede es bezüglich der Aussprache in den einzelnen Regionen Englands gab. Wir lernten außerdem viel über das Land selbst, zum Beispiel über wichtige historische Ereignisse. Wir wussten zwar aus dem Unterricht in Deutschland, dass es beispielsweise einen großen Brand in London gegeben hatte, bei dem die Hälfte der Stadt abgebrannt war, doch die Informationen von einem Engländer zu bekommen, der natürlich noch viel mehr Ahnung hatte, war sehr interessant und aufschlussreich. Die täglichen Schuleinheiten waren zwar kurz, aber auch sehr hilfreich.


„Den letzten Tag in London zu verbringen, war großartig.“


Am Ende nannte uns der Lehrer noch einige gute Websites und gab uns viele Zettel zum Üben der englischen Sprache. Am vorletzten Tag unseres Aufenthalts fand zum letzten Mal der Unterricht statt und wir schenkten unserem Lehrer einen SpongeBob-Kuchen, denn er schwärmte immer von der Serie, und er freute sich sehr. Am Ende der Stunde verabschiedeten wir uns traurig von ihm und machten noch einige Fotos. Dann fuhren wir nach Hause und genossen die letzten Stunden mit unserer Gastfamilie. Wir redeten über den Aufenthalt, und was uns am besten gefallen hatte. Am Abend verabschiedeten wir dann unter Tränen die Kinder unserer Gasteltern. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber nach zwei Wochen waren wir wirklich zusammengewachsen und hatten eine echte Bindung aufgebaut. Wir verabschiedeten uns schon am Abend von ihnen, da wir am nächsten Tag sehr früh nach London fuhren, um auch noch die Hauptstadt Englands zu besichtigen. Am Morgen des letzten Tages brachten unsere Gasteltern uns zum Bus, dort nahmen wir Abschied voneinander und erhielten von ihnen echten englischen Tee als Geschenk. Wir freuten uns sehr, eine Erinnerung an die Reise mit nach Hause nehmen zu können. Den letzten Tag in London zu verbringen, war großartig, es war noch mal ein richtiges Highlight. Zuerst besichtigten wir alle Sehenswürdigkeiten und gingen dann gemeinsam ins Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds. Die letzten drei Stunden, bevor wir wieder Richtung Heimat aufbrachen, konnten wir frei gestalten.  Meine Freundin und ich gingen ins London Dungeon, was sehr lohnenswert war. Dann war es so weit: Wir stiegen in den Bus und die Fahrt nach Hause begann. In der letzten halben Stunde, bevor wir ankamen, begannen wir, uns von der Reisegruppe zu verabschieden. Dann waren wir wieder bei unseren Eltern angekommen, worüber wir auch sehr glücklich waren. Natürlich war die Reise ein voller Erfolg, aber zu Hause ist es immer noch am schönsten.

 

Lynn Wortmann, 17, geht in die 11. Klasse des Gymnasiums. In den Ferien fliegt sie öfters nach Amerika, um dort ihre Englischkenntnisse anzuwenden. Nach ihrem Abitur möchte sie gerne ein duales Studium der Betriebswirtschaft beginnen.

 

 

 

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