So nah und doch so fern

Schüleraustausch im Social-Media-Zeitalter

weltweiser · Schüleraustausch · Social Media · Carl Duisberg Centren

Geschrieben von:

Carl Duisberg Centren

Land: weltweit

Programm: Schüleraustausch

Erschienen in: (Nix für) Stubenhocker.

Die Zeitung für Auslandsaufenthalte,
Nr. 7 / 2017, S. 17

weltweiser · Schüleraustausch · Social Media · Carl Duisberg Centren

Geschrieben von:

Carl Duisberg Centren

Land: weltweit

Programm: Schüleraustausch

Erschienen in: (Nix für) Stubenhocker.

Die Zeitung für Auslandsaufenthalte,
Nr. 7 / 2017, S. 17

Aufbrechen, um loszulassen – dies ist bei den modernen technischen Möglichkeiten nicht immer einfach. Wer heute ein Schuljahr im Ausland verbringt, ist quasi nie allein. Kontinente sind nur einen Klick weit entfernt, über den Ozean surft es sich schnell durch das World Wide Web. WhatsApp, Facetime, Snapchat, Skype und Co. erleichtern zwar die Trennung von zu Hause, stellen zugleich aber auch eine neue Herausforderung für Austauschschüler und ihre Eltern dar. Wie viel Nähe ist sinnvoll und wie lassen sich die neuen Möglichkeiten zur Zufriedenheit aller ausschöpfen? Tasja Frenzel, Leiterin der Internationalen Schulprogramme bei den Carl Duisberg Centren, hat Tipps für künftige Globetrotter:

Etwas Neugier darf sein

Die neue Familie googeln und mit Street-View die Umgebung und den Wohnort kennenlernen? Sobald das Reiseziel und die Gastfamilie feststehen, ist die Neugier einfach da. Nur wenige Klicks entfernt, entsteht am Computer das Bild vom neuen Zuhause. Doch es sollte Raum für das reale Erleben bleiben. Deshalb keine schnellen Urteile fällen. Aus der Nähe betrachtet, relativiert sich später vieles. Und ein bisschen Abenteuer darf sein.

 

Online Kontakt aufnehmen

Erste Kontaktaufnahme via Social Media ist hilfreich, um die Gastfamilie ein bisschen zu „beschnuppern“. Das baut Hemmungen im Vorfeld ab, darf aber auch nicht überbewertet werden, wenn auf den ersten Blick nicht alles gefällt oder einem die Worte fehlen. Zudem sind gerade amerikanische Gastfamilien im Vorfeld oft weniger schreibwütig als die deutschen Gastschüler und -eltern; also nicht persönlich nehmen, wenn nicht ständig das Postfach voll ist.

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Neuigkeiten teilen und mitteilen

Jeden Tag passieren spannende und neue Dinge bei einem Austausch. Wer sie gerne mit Familie und Freunden teilt, findet dazu unendlich viele Möglichkeiten im Internet. Ob WhatsApp, Instagram, Youtube-Channel oder Blog, heute gibt es viele Möglichkeiten, sich aus der Ferne mitzuteilen. Deshalb vorher informieren und überlegen, welche Kanäle sinnvoll sind und wer sie gemeinsam nutzen will. Sicherheitshalber im Vorfeld die Hoffnungen von Familie und Freunden auf allzu viele persönliche Nachrichten dämpfen. Hier gilt: Weniger Zeit am PC ist mehr Zeit im Gastland!

 

Für Netiquette sorgen

Gute Manieren sind auch im Internet gefragt. Es lohnt sich, Gepflogenheiten aus der realen Welt auch beim eigenen virtuellen Auftritt zu beachten. Bilder, die Alkoholkonsum, beschämende Situationen oder zu viel Party zeigen, haben auf Facebook oder anderen sozialen Netzwerken nichts zu suchen. Auch Lästereien über die Gastfamilie oder das Land, das der Schüler besuchen wird, sollten in jedem Fall – auch vor Ort – vermieden werden. So etwas kann nicht nur ein schlechtes Bild auf den künftigen Weltenbummler werfen, sondern auch das Ende eines Austauschs bedeuten, noch bevor er angefangen hat.

 

Auch mal abschalten

„Ich bin dann mal weg…“, das galt früher. Ein Brief war lange unterwegs, Telefonieren eine teure Angelegenheit. Heute ist das andere Ende der Welt nur einen Knopfdruck entfernt. Emotionaler Abstand ist aber auch heute aktuell und wichtig. Zu viele Kontakte nach Hause produzieren Heimweh und rauben Zeit für das wirkliche Leben in der neuen Heimat auf Zeit. Deshalb gilt: Kontakte nach Hause von sich aus beschränken – auch wenn es schwer fällt – und nicht täglich melden. Weniger Kontakt ist oft mehr und in der Distanz liegt die Chance zu mehr Selbstständigkeit.

 

Aller Anfang ist schwer

Gerade zu Beginn eines Auslandsaufenthalts ist der Kontakt in die Heimat verlockend, das Skypen mit vertrauten Gesichtern tröstlich. Daher sollten sich junge Weltenbummler nicht unter Druck setzen und die familiäre Unterstützung gerade am Anfang in gesundem Maße zulassen. Alles braucht seine Zeit und sobald die ersten neuen Freunde gewonnen sind, verlieren Skype und Co. meist automatisch an Attraktivität.

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