Staatlich geförderte Freiwilligendienste

ESK, IJFD, kulturweit, weltwärts

weltweiser · Bundestagsgebäude

Geförderte Freiwilligendienste

  • werden vom Staat unterstützt
  • sind nicht kostenlos
  • dauern i.d.R. mindestens 6 Monate
  • sind in vielen Ländern weltweit möglich
  • finden oft in Entwicklungs- und Schwellenländern statt
  • sind meist erst ab 18 Jahren möglich
  • können politische, kulturelle, soziale oder ökologische Schwerpunkte haben

Welche geförderten Freiwilligendienste gibt es?

Das Europäische Solidaritätskorps (ESK), das den Europäischen Freiwilligendienst (EFD) abgelöst hat, wird von der Europäischen Union im Rahmen von Erasmus+ JUGEND IN AKTION gefördert. Dieses Programm richtet sich an junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren. Eine Anmeldung ist zwar schon mit 17 Jahren möglich, der Einsatz selbst allerdings erst bei Volljährigkeit. Wie es der Name erahnen lässt, finden die Projekte in ganz Europa statt, in einzelnen Fällen auch außerhalb. Die Dauer des Einsatzes kann zwischen zwei und zwölf Monaten liegen; vereinzelt sind auch kürzere Dienste möglich. Unterkunft, Verpflegung, ein monatliches Taschengeld, ein Sprachkurs und der Versicherungsschutz werden übernommen, lediglich einen Teil der Reisekosten müssen Freiwillige ggf. selbst tragen.

Der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) ist ein Auslandsdienst des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der diverse Möglichkeiten bietet, sich für sechs bis 18 Monate im Ausland zu engagieren. Das Ministerium fördert darüber hinaus auch weiterhin das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ), welche nicht nur in Deutschland selbst, sondern – zumindest theoretisch – weltweit absolviert werden können. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung werden beim geförderten FSJ und FÖJ in der Regel voll übernommen, für die Reisekosten kommt der Freiwillige selbst auf. Da FSJ und FÖJ vom Internationalen Jugendfreiwilligendienst abgelöst werden, gibt es von Jahr zu Jahr weniger Plätze im FSJ und FÖJ.

Seit 2009 gibt es den kulturellen Freiwilligendienst kulturweit. Die Deutsche UNESCO-Kommission führt als Träger in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt den Freiwilligendienst durch. Das Programm richtet sich an 18- bis 26-Jährige. Typische Einsatzfelder in Regionen wie Afrika, Asien, Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa sind deutsche Schulen oder Außenstellen des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD), des Goethe-Instituts oder des Deutschen Archäologischen Instituts. Jedes Jahr bietet kulturweit um die 400 Plätze für einen Freiwilligendienst im Bereich der Kultur- und Bildungspolitik an.

2018 wurde kulturweit um die Programmlinie naturweit erweitert. Der Hauptfokus liegt bei diesem Freiwilligenprogramm auf dem Naturschutz und dem Zusammenspiel zwischen Mensch und Umwelt. Einsatzorte sind beispielsweise UNESCO-Weltnaturerbestätten und Naturparks.

Zur Jahreswende 2007/08 hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung das weltwärts-Programm ins Leben gerufen. Teilnehmer erhalten die Gelegenheit, sich mit geringer finanzieller Selbstbeteiligung in Entwicklungsländern weltweit, vor allem in Lateinamerika und Afrika, als Freiwillige zu engagieren.

Rund 160 deutsche Entsendeorganisationen sind für die Organisation und Durchführung von Freiwilligendiensten im Rahmen von weltwärts anerkannt und aktiv. Dafür erhalten sie Fördermittel vom BMZ und geben Freiwilligen zwischen 18 und 28 Jahren die Gelegenheit, sich für sechs bis 24 Monate (in der Regel zehn bis zwölf Monate) in gemeinnützigen Partnerprojekten in Entwicklungsländern zu engagieren. Da Entsendeorganisationen für das weltwärts-Programm mindestens 25 Prozent der Kosten aus eigenen Mitteln finanzieren müssen (durchschnittlich ca. 1.800 bis 2.800 €), wird von Freiwilligen in der Regel eine Beteiligung durch den Aufbau eines privaten Spender- bzw. Förderkreises erwartet.


Was muss ich wissen?

Die Bundesministerien und die EU arbeiten mit deutschen Entsendeorganisationen zusammen. Es ist wichtig zu wissen, dass nicht sämtliche deutsche Organisationen für die geförderten Projekte anerkannt sind. Somit muss man sich, am besten über die Homepages oder Broschüren der Programme, die Liste der jeweils dafür anerkannten Entsendeorganisationen ansehen.

Viele Bewerber sind der Auffassung, ein solcher Dienst sei kostenlos durchführbar, da man sich nun einmal freiwillig und unentgeltlich für eine Sache einsetzt. Dies ist leider nicht richtig und es ist leicht nachvollziehbar, warum die Programme mit Kosten verbunden sind: Gerade Projekten in Entwicklungs- und Schwellenländern fehlen verständlicherweise die finanziellen Mittel, deutsche Freiwillige einzufliegen, ihnen Unterkunft und Verpflegung zu stellen und sie anschließend mehrere Tage lang einzuarbeiten.


Wie funktioniert die Bewerbung?

Die Entsendeorganisationen bieten nicht nur geförderte Projektplätze an, sondern nicht selten auch reguläre nicht geförderte und somit kostenpflichtige Freiwilligendienste. Man muss sich also genau erkundigen, welche Projektplätze über die Programme der Bundesministerien bzw. der EU gefördert werden und welche nicht. Manchmal kann man sich als Interessent das Projekt zunächst nicht einmal selbst aussuchen, sondern kann sich bei der Entsendeorganisation „nur“ für einen Platz im geförderten Programm bewerben. Das Projekt wird in diesem Fall erst später zugewiesen – in der Regel unter Berücksichtigung der Wünsche des Freiwilligen.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass im Fall geförderter Freiwilligendienste die Entsendeorganisationen ihre zukünftigen Teilnehmer darum bitten, einen Spender- bzw. Unterstützerkreis aufzubauen, um auf diese Weise eine Selbstbeteiligung ihrer Teilnehmer zu erzielen bzw. finanzielle Mittel für das jeweilige Projekt zu generieren. Die Teilnehmer werden also gebeten, Gelder zu sammeln. Informationen darüber, wie das am besten funktioniert, sollte eine gute Entsendeorganisation bereitstellen können.

Tipp: Frühzeitig mit der Recherche und Planung beginnen!


Was ist der Unterscheid zu nicht geförderter Freiwilligenarbeit?

Bei nicht geförderten Freiwilligendiensten müssen die Teilnehmer für die Kosten komplett selbst aufkommen, das bedeutet die Kosten für Hin- und Rückflüge, Unterkunft und Verpflegung vor Ort, Versicherungen und die Vorbereitung auf den Aufenthalt tragen die Freiwilligen selbst. Im Gegenzug sind die Programme meist zeitlich flexibler gestaltet und es bietet sich eine größere Auswahl an möglichen Einsatzorten und Projekten. Nicht geförderte, flexible Freiwilligenprogramme werden gleichermaßen von verschiedenen gemeinnützigen, aber auch von privatwirtschaftlichen Organisationen angeboten. Ungeförderte Freiwilligenprogramme setzen meist keine Bewerbung im engeren Sinn voraus.


Erfahrungsberichte zu Freiwilligenarbeit

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