Schüleraustausch

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Das Wort Schüleraustausch ist ein Sammelbegriff für alle Aktivitäten, bei denen Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren für eine begrenzte Zeit am Alltags- und Schulleben eines anderen Landes teilnehmen und dadurch eine fremde Kultur und Lebensweise kennen lernen. Insbesondere bei Programmen für minderjährige Jugendliche ist es sinnvoll, auf die sachkundige Hilfe von Experten zurückzugreifen, die man bei vielen Austauschorganisationen findet.

Der Schüleraustausch wurde in der Nachkriegszeit ins Leben gerufen. 1948 gingen die ersten beiden deutschen Schüler in die USA und ein paar Jahre später verbrachten amerikanische Teenager einen Sommer in deutschen Gastfamilien.

Mittlerweile besuchen jährlich viele Tausend Deutsche eine Schule im Ausland. Ein direkter Austausch mit Gegenbesuch zwischen einer deutschen Familie und einer Familie im Ausland findet jedoch kaum mehr statt. Deshalb wird häufig auch nicht mehr von Schüleraustausch gesprochen, sondern von Auslandsjahr, Austauschjahr, Schuljahr im Ausland oder von einem High School-Jahr.

Ein Austauschschüler lebt klassischerweise für mehrere Monate in einer Gastfamilie, nimmt aktiv am Familienleben und -alltag teil und besucht die weiterführende Schule vor Ort. Ein Teil der deutschen Gastschüler entscheidet sich alternativ für die Unterbringung in einem Internat und somit für das Zusammenleben mit Gleichaltrigen. Wie der Name schon besagt, nimmt der Schulbesuch im Alltag eines Austauschschülers eine zentrale Position ein. Das bedeutet nicht, dass Leistung und Noten notwendigerweise im Vordergrund stehen müssen, sondern dass die Schule als Ort des kulturellen Austauschs und des Kennenlernens des Gastlandes fungiert. Dort trifft man auf andere Jugendliche, erkundet ein neues Bildungssystem und bringt sich – wenn angeboten – am besten in Nachmittagsaktivitäten wie Sport oder Clubs ein.

Übrigens können, je nach individueller Situation, auch Schüler mit chronischen Erkrankungen oder Beeinträchtigungen an einem High-School-Programm teilnehmen.

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Wie teuer ist ein Schüleraustausch? Wie finde ich die passende Organisation? Wie bewerbe ich mich für ein Auslandsjahr und wo bekomme ich ein Stipendium?

Die Antworten gibt es in unserer YouTube-Playlist:

COVID-19 und Schüleraustausch

Viele Länder weltweit haben aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus ihre Einreisebestimmungen verändert. Dennoch gilt: High School Programme werden 2021 und natürlich auch 2022 trotzdem in vielen Ländern möglich sein.

In einigen Gastländern müssen sich Austauschüler*innen nach Ankunft in eine bis zu 2-wöchige Quarantäne begeben, in vielen aber nicht, gerade wenn man geimpft ist. Ob die mögliche Quarantäne in der Gastfamilie, in einem Einzel- oder in einer Gruppenunterkunft gemeinsam mit anderen Austauschschüler*innen stattfindet, ist von der Austauschorganisation und den Gegebenheiten vor Ort abhängig.

Schüleraustauschprogramme für den Zeitraum 2021/22 sind in einigen Ländern zum jetzigen Zeitpunkt voraussichtlich nicht möglich, darunter Neuseeland und China. Nach Australien ist eine Einreise für einen Schüleraustausch ab dem 1. Dezember 2021 wieder möglich.

Reisebestimmungen können sich zurzeit sehr kurzfristig und ohne Vorankündigung verändern. Das betrifft Einreisebestimmungen, Quarantänevorschriften sowie den internationalen Luft- und Reiseverkehr.

In einigen Ländern (derzeit vor allem in den USA) können Austauschschüler*innen in Absprache mit ihren Eltern und Austauschorganisationen am örtlichen Impfprogramm teilnehmen.

Aktuelle Informationen zur Situation in den Gastländern findest du auf der Website des Auswärtigen Amtes.

Stand: November 2021

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FAQ zum Schüleraustausch

Schüleraustausch im Überblick: Tipps – Infos – Kosten

Was bringt ein Schüleraustausch?

Schüler, die im Teenager-Alter die Gelegenheit nutzen, für mehrere Monate als Austauschschüler ins Ausland zu gehen, erweitern ihren Horizont maßgeblich. Als aktives Mitglied der Gastfamilie und der Schulgemeinschaft lernen sie auf intensive Weise Kultur, Lebensart und Alltag des Gastlandes kennen. In einem sehr prägenden Alter der Selbstfindung und des Erwachsenwerdens beginnen sie ihre eigenen Werte und Vorstellungen kritisch zu überprüfen. Die Mehrheit der Jugendlichen kehrt selbstständiger und reifer aus dem Ausland zurück. Fast schon beiläufig bauen die Jugendlichen zudem ihre Fremdsprachen-kenntnisse aus und leisten ihren eigenen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung. Letztlich zählt ein Auslandsaufenthalt heutzutage immer auch als Bonus für spätere Bewerbungen im Berufsleben.

Über ihre ganz persönlichen Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse zum Schüleraustausch berichten Jugendliche im Stubenhocker. Die Zeitung für Auslandsaufenthalte.

Wie lange dauert ein Schüleraustausch?

Eine „richtige“ oder „falsche“ Dauer für einen Schüleraustausch gibt es eigentlich nicht. Als zukünftiger Austauschschüler sollte man sich vor allem wohl fühlen mit seiner Entscheidung. Je nach Programm und Gastland sind verschiedene Zeiträume realisierbar. So gibt es die Option für ein Schuljahr oder ein Schulhalbjahr ins Ausland zu gehen. Insbesondere in den Ländern, die ihr Schuljahr in drei oder vier so genannte Terms einteilen, ist auch ein kürzerer Aufenthalt von circa drei Monaten möglich. Die Anzahl der Terms kann man selbst bestimmen, sodass zwischen drei Monaten und einem Schuljahr mehrere Varianten denkbar sind.

Unterm Strich gilt natürlich: Je länger ein Schüleraustauschprogramm dauert, desto intensiver sind die gemachten Erfahrungen. Wem jedoch ein Schuljahr als zu lang erscheint, sollte auf jeden Fall für einen kürzeren Zeitraum statt gar nicht ins Ausland gehen. Außerdem können die Programme in der Regel verlängert werden, wenn die Zeit vor Ort dann doch zu schnell verfliegt.

Zu welchem Zeitpunkt sollte man einen Schüleraustausch machen?

Aufgrund des Schuljahresverlaufs in Deutschland beginnen die meisten deutschen Jugendlichen ihren Schüleraustausch zwischen Juli und September. Es ist aber ebenso möglich, zum zweiten deutschen Halbjahr ins Ausland zu gehen. In die eigenen Überlegungen mit einfließen kann auch folgende Faustregel: In Ländern auf der Nordhalbkugel fängt das Schuljahr – wie in Deutschland – im August oder September an. In Ländern auf der Südhalbkugel ist der Beginn des Schuljahres im Januar bzw. Februar. Wer also ein komplettes Schuljahr z.B. in Neuseeland oder Australien miterleben will, könnte seinen Schüleraustausch von Januar bis Dezember machen.

In der Regel bietet sich ein Auslandsjahr nach Abschluss der Mittelstufe und vor dem Eintritt in die Oberstufe an. Somit geht ein Großteil der deutschen Austauschschüler nach der 9. Klasse bzw. im Laufe der Jahrgangsstufe 10 ins Ausland, je nachdem, ob nach dem G8 oder G9-Modell unterrichtet wird. Es ist aber auch möglich, als Gymnasiast das Einführungsjahr der Oberstufe (also die 10) erst noch regulär zu durchlaufen, danach an einem Schüleraustauschprogramm teilzunehmen, um schließlich nach der Rückkehr mit der 11. Klasse einzusteigen. Ebenso beenden Haupt-, Real- und oftmals auch Gesamtschüler erst einmal die 10. Klasse, bevor sie aufbrechen. Wer das Abitur nach 12 Schuljahren anstrebt, darf die Jahrgangsstufe 11 und 12 der deutschen Oberstufe nicht verpassen. Die beiden letzten Schuljahre sind abiturrelevant. Wichtig: Vor der Planung eines Schüleraustauschs sollten die Vorgaben des Bundeslandes studiert werden, in dem man zur Schule geht. Auch ein frühzeitiges Gespräch mit der deutschen Heimatschule ist sinnvoll.

Was sind typische Gastländer für einen Schüleraustausch?

Die Mehrheit deutscher Jugendlicher zieht es in englischsprachige Länder in Übersee – allen voran in die USA. Einen informativen Online-Ratgeber zum Thema High-School-Jahr in den USA inklusive eines High-School-Finders, der bei der Wahl der richtigen Austauschorganisation hilft, findet man unter highschooljahr-usa.de. Die Vereinigten Staaten werden auf der Beliebtheitsskala mit einigem Abstand gefolgt von Kanada, Neuseeland und Australien. Aber auch europäische Länder wie Großbritannien, Irland, Frankreich oder Spanien sind nachgefragt. Egal ob Europa, Nord-, Mittel- oder Südamerika, Afrika, Asien oder Ozeanien: Die Welt steht Austauschschülern offen!

Welche Programmvarianten gibt es beim Schüleraustausch?

Austauschschülern steht nicht nur fast die ganze Welt offen, sie haben auch die Qual der Wahl, wenn es um die Programmform geht. Je nach Zielland und Austauschorganisation kann man entweder ausschließlich das Land oder einen Schulbezirk im Wunschland oder sogar die Gastschule auswählen. Alle drei Programmvarianten haben ihr Für und Wider und keine ist besser oder schlechter als die andere. Es gilt, die passende Programmform ausfindig zu machen – hier spielen nicht zuletzt auch die Kosten eine Rolle. Die drei Programmformen:

– Wahl eines Landes
Der Klassiker: Man wählt sein Gastland aus und wird vom Partner der deutschen Austauschorganisation bei einer Gastfamilie und an einer öffentlichen Schule platziert. Die Platzierung kann landesweit erfolgen. Es bleibt also spannend, da man zunächst nicht weiß, wo man den Schüleraustausch verbringen wird. Erst wenn Gastfamilie und Schule feststehen, bekommt man Bescheid, wo sich das neue Zuhause auf Zeit befindet. Geografische Wünsche können bei einigen Austauschorganisationen angegeben werden; eine Garantie gibt es jedoch nicht. Oft ist die Wunsch-Platzierung mit einem Aufpreis verbunden. Besonders verbreitet ist das beschriebene Länderwahlprogramm im Fall des Gastlands USA.

– Wahl einer Region/ eines Schulbezirks
Über ein Regionen- bzw. Schuldistriktswahlprogramm kann man beeinflussen, in welcher Gegend und in welchem Einzugsgebiet man leben und zur Schule gehen wird. Erscheint eine bestimmte „Ecke“ des Gastlandes als besonders reizvoll oder sagen einem die Schulprofile der Schulen eines Schulbezirks zu, ermöglicht ein solches Programm die Platzierung im Wunschgebiet. So kann man u.a. sicherstellen, dass man z.B. in einem städtischen Ballungsgebiet oder eher ländlich platziert wird. Wer sich für das Gastland Kanada entscheidet, wird vor allem dieser Programmvariante begegnen.

Hinweis: In sehr nachgefragten Gegenden ist die Anzahl deutscher und internationaler Austauschschüler an den weiterführenden Schulen vergleichsweise hoch.

– Wahl einer Schule
Im Rahmen dieser Programmform können Wünsche und Vorstellungen des zukünftigen Austauschschülers konkret berücksichtigt werden. So kann man mit der direkten Auswahl einer öffentlichen oder privaten Schule selbst steuern, wo die Schule liegt, welche Fächer angeboten werden, welches Sport- und Freizeitprogramm es gibt, wie groß die Schule ist, wie viele internationale Schüler durchschnittlich zu Gast sind, ob es sich um eine gemischte oder eine Mädchen- bzw. Jungenschule handelt etc. In Bezug auf die Schule wird also nichts dem Zufall überlassen. Besonders üblich ist diese Programmvariante z.B. beim Schüleraustausch nach Australien oder Neuseeland.

Hinweis: Privatschulprogramme sind meist Schulwahlprogramme; dies gilt vor allem für die englischsprachigen Gastländer. Wer sich also für den Besuch einer privaten Tagesschule oder eines privaten Internats im Ausland entscheidet, sucht sich seine Schule in der Regel selbst aus.

Wie teuer ist ein Schüleraustausch?

Aus Sicht der meisten Familien ist ein Schüleraustausch ein kostenintensives Unterfangen. Folgende Posten, die zusammen die Summe des Programmpreises ergeben, müssen beachtet werden:

– die Dienstleistungen der Austauschorganisation, wie die Beratung und Begleitung der Planungsphase, die Abwicklung der Bewerbung, die Vermittlung, die Vorbereitung in Deutschland und die Betreuung vor Ort im Gastland sowie ggf. eine Nachbereitung.
– An- und Abreise ins Gastland
– Versicherungen (Haftpflicht-, Kranken-, Unfall-, Reisegepäckversicherung)
– je nach Gastland und Programmform: ggf. Schulgebühren und ggf. Aufwandsentschädigung für die Gastfamilie

Länderwahlprogramme sind kostengünstiger als Schulbezirks- oder Schulwahlprogramme. Hinzu kommen die Ausgaben vor Ort im Gastland: Monatlich sollten circa 100 bis 250 Euro für Taschengeld einkalkuliert werden.

Wie kann man einen Schüleraustausch finanzieren?

High-School-Aufenthalte werden mehrheitlich aus privater Tasche finanziert. Glücklich schätzen können sich alle Schüler, deren Familien Geld zur Seite legen konnten, um den Schüleraustausch zu bezahlen. Es gibt jedoch auch Finanzspritzen und Stipendien, die Jugendlichen aus einkommensschwächeren Familien einen Schüleraustausch ermöglichen können. So kann man z.B. die staatliche Förderung Auslands-BAföG beantragen, wenn man mindestens für ein halbes Jahr im Ausland zur Schule geht. Bei der Höchstförderung zahlt der deutsche Staat 585 Euro pro Monat plus eine Pauschale für die An- und Abreise von bis zu 1.000 Euro.

Stipendien werden als Teil- oder Vollstipendien vergeben; entweder von Austauschorganisationen oder von Institutionen wie z.B. dem Deutschen Bundestag. Für ein Schüleraustausch-Stipendium können sich alle Jugendlichen bewerben, die die jeweiligen Voraussetzungen erfüllen. Manche Stipendien werden einkommensabhängig vergeben. Andere Stipendien richten sich an akademisch leistungsstarke oder im Bereich Sport, Musik oder Kunst besonders begabte Schüler. Es gibt zudem Stipendien, die ehrenamtliches Engagement oder aber Kreativität und Einfallsreichtum des Bewerbers voraussetzen. Die Bewerbung für ein Stipendium sollte man nicht zwischen Tür und Angel anfertigen. Die Unterlagen und Dokumente sollten in aller Ruhe und durchdacht ausgefüllt werden. Zudem ist es wichtig, die Bewerbungsfristen zu kennen und einzuhalten, die teils sehr weit vor dem eigentlichen Programmbeginn liegen.

Eine umfangreiche Zusammenstellung von Stipendienmöglichkeiten findet man im Handbuch Fernweh, dem umfangreichsten Ratgeber zum Schüleraustausch.

Wie viele Schüler*innen machen einen Schüleraustausch?

Die repräsentative Schüleraustausch-Studie des unabhängigen Bildungsberatungsdienstes weltweiser liefert einen bundesweiten Vergleich der Teilnehmerzahlen an Schüleraustauschprogrammen. Die vier „weltoffensten“ Bundesländer waren im Schuljahr 2017/18 Hamburg, Berlin, Schleswig-Holstein und Bremen: In Hamburg gingen rund 5,5%, in Berlin 2,9%, in Schleswig-Holstein 2,1% und in Bremen 2,0% der relevanten Zielgruppe ins Ausland. Während auch in Brandenburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen relativ viele Schüler (1,7% bis 1,4%) mindestens drei Monate ihrer Schulzeit im Ausland verbrachten, waren es in den restlichen Bundesländern jeweils nur rund 1%. Absolute Schlusslichter sind das Saarland und Sachsen-Anhalt (0,7%).

Zahlen zum Schüleraustausch

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Männliche Programmteilnehmer in %

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Weibliche Programmteilnehmer in %

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Beliebtestes Gastland USA in %

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Teilnehmer/innen im Schüleraustausch insgesamt

Die Zahlen stammen aus der weltweiser-Studie und beziehen sich auf das Schuljahr 2018/19.

Austauschorganisationen Schüleraustausch

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Zusätzlich bieten Bildungsexperten mit aktuellen Themen rund um den Schüleraustausch hilfreiche Informationen. Alle Erfahrungsberichte befinden sich auch im Kompass. Die beliebtesten Gastländer für einen Schüleraustausch sind derzeit die USA, Kanada und Neuseeland, sodass diese Erfahrungsberichte zuerst gelistet werden. Berichte zu weiteren Gastländern folgen in alphabetischer Sortierung.

Viele weitere Erfahrungsberichte zum Thema Schüleraustausch findest du im Kompass.

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weltweiser Studien zum Schüleraustausch

Schüleraustausch, High School, Auslandsjahr 2020

An dieser Stelle präsentieren wir vorläufig bereits die Eckpunkte der Studie 2020, welche demnächst erscheinen wird. Die Studie aus dem vergangenen Jahr ist über den folgenden Button downloadbar.

ZUR SCHÜLERAUSTAUSCH STUDIE (PDF)

Das Wichtigste in Kürze

Auf den folgenden Seiten werden die erhobenen Daten zum Schüleraustausch ausführlich präsentiert und ausgewertet. Die zentralen Ergebnisse haben wir an dieser Stelle stichpunktartig zusammengefasst:

  • Die Studie zeigt, dass Schüleraustauschprogramme mit einer Gesamtzahl von rund 16.900 Teilnehmenden im Schuljahr 2018/19 sich erstmals wieder einer größeren Beliebtheit erfreuen, als noch im Vorjahr. Damit wurde in diesem Schuljahr der seit Jahren vorherrschende Abwärtstrend im Schüleraustausch gestoppt.
  • Die USA sind trotz dramatischer Rückgänge der Teilnehmenden-Zahlen in der Vergangenheit nach wie vor das beliebteste Gastland für Austauschschüler/innen aus Deutschland: 2018/19 verbringen mit 4.658 Programmteilnehmenden sogar etwas mehr Jugendliche in den Vereinigten Staaten, als im Vorjahr.
  • Weitere 7.750 Schülerinnen und Schüler reisen 2018/19 für einen öffentlichen Schüleraustausch in ein Gastland jenseits der USA, dies entspricht rund 62 Prozent der Austauschschüler/innen. Dabei sind insbesondere englischsprachige Destinationen unter den Jugendlichen beliebt.
  • 16,2 Prozent der Austauschschüler/innen wechseln während ihres Auslandsaufenthalts mindestens einmal die Gastfamilie. 2,6 Prozent der Teilnehmenden wechselten zweimal die Familie und bei 0,5 Prozent kam es sogar noch häufiger zum Gastfamilienwechsel.
  • Es ist ein deutliches Gefälle zwischen männlichen und weiblichen Teilnehmenden im Schüleraustausch festzustellen: etwa zwei Drittel aller Programmteilnehmenden sind Mädchen.
  • Insgesamt beläuft sich die Abbruchquote bei Schüleraustauschprogrammen auf 4,4 Prozent. 2,2 Prozent der Jugendlichen brechen ihren Aufenthalt aus verschiedensten Gründen freiwillig ab, 1,4 Prozent werden wegen Regelverstößen zwangsweise nach Deutschland zurückgeschickt, 0,6 Prozent aller Austauschschüler/innen kehren krankheitsbedingt vorzeitig zurück und 0,2 Prozent brechen aufgrund sonstiger Gründe ab.
  • Schüleraustausch ist ein gymnasiales Phänomen: Vor der Ausreise besuchten 83 Prozent der Austauschschüler/innen in Deutschland ein Gymnasium. Die restlichen 17 Prozent der Teilnehmenden verteilen sich auf sonstige Schularten, unter anderem Gesamtschulen, Mittelschulen, Realschulen, Stadtteilschulen oder Privatschulen.
  • Rund 96 Prozent der Austauschschüler/innen ist bei Antritt des Schüleraustausches 15, 16 oder 17 Jahre alt. Die restlichen Teilnehmenden sind jünger oder älter.
  • In Deutschland existieren etwa 100 Organisationen und Agenturen. Etwa zwei Drittel der Austauschorganisationen entsenden pro Jahr weniger als 100 Jugendliche. 5 Prozent aller Programmanbieter betreuen insgesamt etwa ein Viertel aller Austauschschüler/innen.
    Während ihres Schüleraustausches besuchen 85 Prozent der Teilnehmenden eine öffentliche Schule und 15 Prozent eine Privatschule.
  • 55 Prozent der Austauschorganisationen bieten ausschließlich Schüleraustausch an öffentlichen Schulen an. 17 Prozent der Anbieter haben ausschließlich privaten Schüleraustausch im Programm und bei 28 Prozent sind beide Programmvarianten buchbar.
  • Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren steigen die Teilnehmendenzahlen in vielen Bundesländer wieder an. Insbesondere in Niedersachsen und Berlin ging die Zahl der Austauschschüler/innen deutlich nach oben.
    Bundesweit nahmen insgesamt 2,1 Prozent der Jugendlichen in den relevanten Altersstufen (vgl. Kapitel 2) an einem Schüleraustausch im Schuljahr 2018/19 teil.

Entwicklung der Teilnehmendenzahlen

Wie viele Jugendliche machen einen mindestens dreimonatigen Schüleraustausch? Seit dem Schuljahr 2002/03 werden die Zahlen der Programmteilnehmenden, welche mit einer Austauschorganisationen ausreisen, systematisch von weltweiser erfasst, ausgewertet und veröffentlicht. Um die Gesamtheit der Schüler/innen abzubilden, die für einen Gastschulaufenthalt längere Zeit im Ausland verbringen, wird neben den erhobenen Teilnehmendenzahlen im öffentlichen Schüleraustausch auch eine Hochrechnung der Gesamtteilnehmendenzahl vorgenommen.

In der Abbildung wird die Entwicklung dieser zwei Größen seit den frühen Nuller-Jahren dargestellt. Das obere Diagramm a) beschreibt die Entwicklung der Teilnehmenden mit Austauschorganisation an öffentlichen Schulen und b) beschreibt die Entwicklung der Gesamtzahl der Teilnehmenden im Schüleraustausch. Letztere beinhaltet neben Teilnehmenden am öffentlichen Schüleraustausch auch Austauschschüler/innen, welche an einem staatlichen Programm, an einem Austausch über Rotary oder am Privatschulprogramm teilgenommen haben sowie einen Schätzwert für privat organisierte Schüleraustausche. In dieser Ausgabe der Studie wurden in der Gesamtzahl erstmals Zahlen des Brigitte-Sauzay-und Voltaire-Programms des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DJFW) für alle abgebildeten Jahrgänge inbegriffen.

Während in Abbildung a) sehr genaue, auf einer Erhebung basierende Zahlen dargestellt werden, handelt es sich in Abbildung b) um Annährungswerte, da für einige Programme nur bedingt belastbare Teilnehmendenzahlen vorliegen und teilweise Schätzwerte einfließen. Für das Schuljahr 2005/06 wurden keine Daten erhoben.

In den Schuljahren 2009/10 und 2010/11 konnte ein historisches Hoch im deutschen Schüleraustausch festgestellt werden, in beiden Jahrgängen verbrachten über 21.000 Jugendliche längere Zeit im Ausland und gingen dort zur Schule. Es folgten sieben Jahrgänge mit rückläufigen Teilnehmendenzahlen. 2018/19 wiederum konnte seitdem erstmals wieder ein Anstieg der Programmteilnehmenden beobachtet werden: Im vergangenen Schuljahr verbrachten insgesamt 16.900 Jugendliche aus Deutschland einen mindestens 3-monatigen Schüleraustausch im Ausland.

Popularität der Gastländer unter den deutschen Austauschschüler*innen

Schüler/innen aus Deutschland reisen im Rahmen von Schüleraustauschprogrammen weltweit in verschiedene Länder, um dort für längere Zeit zu leben und zur Schule zu gehen.

Die große Mehrheit der Austauschschüler/innen beschränkt sich auf einen ausgewählten Kreis von hauptsächlich englischsprachigen Destinationen. Mehr als 85 Prozent der Teilnehmenden aus Deutschland verbringen ihren Schüleraustausch demnach in einem der folgenden Länder: USA, Kanada, Neuseeland, Großbritannien, Irland und Australien. Die restlichen rund zehn Prozent der Austauschschüler/innen verteilen sich weltweit auf insgesamt ca. 60 Länder auf allen Kontinenten.

Die Karte bildet die 15 beliebtesten Gastländer im öffentlichen Schüleraustausch mit einer Austauschorganisation unter Teilnehmenden aus Deutschland im Schuljahr 2018/19 auf einer Weltkarte ab. Wie schon in der Vergangenheit sind die Vereinigten Staaten von Amerika unter deutschen Jugendlichen nach wie vor mit großem Abstand auf Platz Nummer eins auf der Beliebtheitsskala der Schüleraustausch-Destinationen: Im vergangenen Schuljahr lebten 4.658 deutsche Jugendliche bei einer US-amerikanischen Gastfamilie und besuchten dort eine High School. Das entspricht rund 38 Prozent aller deutschen Schüler/innen im öffentlichen Schüleraustausch. Abbildung 3 zeigt, dass dieser Anteil in der Vergangenheit deutlich höher lag: 2006/07 verbrachten noch knapp sechs von zehn Austauschschüler/innen ihren Schüleraustausch in den USA.

Kanada ist mit 2.321 Austauschschüler/innen im Schuljahr 2018/19 die zweitbeliebteste Destionation. Es folgen Neuseeland (1.287 TN*), Großbritannien (862 TN), Irland (786 TN) und Australien (774 TN). Die Gastländer Frankreich (238 TN), Spanien (223 TN), Costa Rica (180 TN), Argentinien (112 TN) und Japan (112 TN) spielen im Vergleich zu den bereits genannten Destinationen eine untergeordnete Rolle. Auf den unteren Plätzen der Liste finden sich Südafrika (93 TN), Norwegen (87 TN), Brasilien (65 TN) und Italien (57 TN). Insgesamt 540 Austauschschüler/innen entschieden sich für ein Land jenseits der 15 beliebtesten Gastländer.

Interviews zum Schüleraustausch

weltweiser · Thomas Terbeck · Geschäftsführer · weltweiser-Team

Thomas Terbeck. Gründer und Inhaber von weltweiser.
Er hat bis zu seinem 25. Geburtstag fast 40 Länder bereist

3 Fragen an Thomas Terbeck

1. Das klassische Zielland für einen Schüleraustausch sind sicherlich die USA. Welche Alternativen gibt es?

Die USA sind nach wie vor das beliebteste Gastland bei deutschen Jugendlichen. Jedes Jahr besuchen tausende deutsche Schülerinnen und Schüler eine amerikanische High School und leben bei einer Gastfamilie. Nachgefragt sind auch die anderen englischsprachigen Länder in Übersee, also Kanada, Neuseeland und Australien. Letztlich steht einem die Welt offen: Zum Schüleraustausch kann man nach Argentinien oder China, nach Südafrika oder Norwegen reisen.

2. Wenn man sich für einen Schüleraustausch entschieden hat, woran erkennt man eine gute Schüleraustauschorganisation?

Das wichtigste Merkmal ist die Qualität der Betreuung vor, während und nach der Zeit im Ausland. Dazu zählt eine intensive Vorbereitung in Einzelgesprächen und Gruppenseminaren, schriftliche Infomaterialien, und vor allem eine persönliche Betreuung während des Aufenthalts inklusive verantwortungsvollem Problemmanagement. Eine Nachbereitung nach der Rückkehr gehört aus unserer Sicht ebenfalls dazu. Gute Qualität zeichnet sich nicht zuletzt durch Preistransparenz, eine gute Erreichbarkeit der Ansprechpartner sowie geduldiges Auseinandersetzen mit kritischen Fragen aus.

3. Welche Grundvoraussetzungen muss man mitbringen, um an einem Schüleraustauschprogramm teilnehmen zu können?

In erster Linie müssen die Bewerber Interesse am Leben in einer fremden Kultur zeigen. Sie sollten die Bereitschaft mitbringen, sich in eine neue Familie auf Zeit und in ein unbekanntes Schulsystem zu integrieren. Weitreichende Kenntnisse der Sprache des Gastlandes werden von den Teilnehmern hingegen in der Regel nicht erwartet. Neben kultureller Offenheit und Toleranz sollten die Bewerber einen mindestens befriedigenden Notendurchschnitt vorweisen können.

Weitere Informationen zum Schüleraustausch, High School, Schuljahr im Ausland

Qualität im Schüleraustausch

ERSCHIENEN IN: NIX FÜR STUBENHOCKER. DIE ZEITUNG FÜR AUSLANDSAUFENTHALTE, NR. 1

Stubenhocker: Wer mit dem Gedanken spielt, an einem Schüleraustauschprogramm teilzunehmen, hat die Qual der Wahl: In Deutschland bieten rund 70 Austauschorganisationen mehrmonatige Schulaufenthalte für über 50 Gastländer an. Woran erkenne ich, ob ein Programm „gut“ oder „schlecht“ ist?

Thomas Terbeck:
 Menschen haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse, Erwartungen und finanzielle Möglichkeiten. Daher muss es bei der Vielfalt von Angeboten immer darum gehen, für jeden einzelne Schüler das individuell am besten passende Programm zu finden. Eine pauschale Einteilung von Austauschorganisationen in die Kategorien „gut“ und „schlecht“ ist nicht möglich.

Stubenhocker: Aber es muss doch Qualitätskriterien geben?

Thomas Terbeck: Klar! Werbebroschüren und Internetseiten sollten umfassend informieren und keine falschen Erwartungen wecken. Die Mitarbeiter, zu denen man per E-Mail, Telefon oder auf unseren Jugendbildungsmessen Kontakt aufnimmt, sollten durch Sachkompetenz, verbindliche Auskünfte und ein angenehmes Kommunikationsverhalten überzeugen, nicht durch unhaltbare Versprechen. Und schließlich ist es wichtig, beim Preis-Leistungs-Vergleich darauf zu achten, dass nicht nur ein persönliches Informations- bzw. Bewerbungsgespräch angeboten wird, sondern auch ausführliche Vorbereitungs- und Nachbereitungsseminare, die ein (inter-)kulturelles Training beinhalten.

Stubenhocker: Was sagen Gemeinnützigkeit oder die Mitgliedschaft in einem Verband über die Qualität der Programme eines Veranstalters aus?

Thomas Terbeck: Nichts! Die steuerrechtliche Einstufung als „gemeinnützig“ sowie die Mitgliedschaften in Interessenverbänden wird zwar von einigen Organisationen gerne marketingtechnisch genutzt, aber bei der Suche nach einem individuell passenden Programm sind sie nicht hilfreich. Einige Programme gemeinnütziger Veranstalter haben ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis, andere nicht. Und auch das Angebot, die Ausrichtung und die Qualität der Programme innerhalb der Verbände sind keineswegs homogen. Man kommt also um einen umfassenden Preis-Leistungs-Vergleich nicht herum.

Stubenhocker: Wäre es hilfreich, wenn es so eine Art „Austauschorganisationen-TÜV“ gäbe?

Thomas Terbeck: Nein. Qualitätssiegel machen aus meiner Sicht Sinn bei Geräten, Maschinen, Autos, Lebensmitteln etc., also bei Produkten, deren Qualität durch Labor-, Dauer- oder Verbrauchertests anhand ganz bestimmter Kriterien wie Haltbarkeit, Reinheit oder Funktionalität geprüft und objektiv bewertet werden kann. Denn dadurch haben die Konsumenten zweifelsohne eine Hilfe bei der Kaufentscheidung. Im Bereich „Schüleraustausch“ würde ein Qualitätssiegel allerdings nur eine Menge Geld verschlingen und unterm Strich ausschließlich der prüfenden bzw. akkreditierenden Institution helfen. Einen Nutzen für die Verbraucher sehe ich nicht!

Stubenhocker: Warum?

Thomas Terbeck: Die notwendige objektive Messbarkeit von Qualität ist bei Schüleraustauschprogrammen nicht existent, weil Austauschschüler und ihre Eltern mit ganz unterschiedlichen, qualitativ nicht vergleichbaren Erwartungen und Kommunikationsroutinen auf Gastfamilien, Lehrer und Betreuer treffen, die ebenfalls ganz individuell andere Erwartungen und Alltagsroutinen haben. Ob ein Zusammenleben klappt, und das ist ja der zentrale Punkt des ganzen Programms, kann erst der konkrete Versuch zeigen, und jenseits aller Qualitätsdiskussionen spielt dabei der Zufall in Form der „Chemie“ eine entscheidende Rolle! Darüber hinaus steht und fällt der Erfolg eines Schüleraustauschprogramms auch mit der Bereitschaft von Schülern und Gastfamilien, sich auf etwas Neues einzulassen und hart an sich zu arbeiten, um gemeinsam in den Genuss einer einzigartigen Erfahrung zu kommen. Und diese Bereitschaft ist ganz unterschiedlich ausgeprägt.

Stubenhocker: Vom Zufall einmal abgesehen: Was sind denn überhaupt die zentralen Aufgaben einer Austauschorganisation?

Thomas Terbeck: Neben der bereits erwähnten fundierten Information und interkulturellen Vorbereitung natürlich die Suche nach einer geeigneten Gastfamilie und Schule sowie die Betreuung vor Ort. Diese kann sehr zeitintensiv sein, was man schon daran sieht, dass rund 25% aller Austauschschüler ihre Gastfamilie wechseln. Womit wir wieder bei den Qualitätssiegeln wären: Wie sollte denn bei dieser zentralen Aufgabe, nämlich der Suche nach einer Konfliktlösung zwischen Schüler und Eltern auf der einen und Gastfamilie und ausländischem Partner auf der anderen Seite, die Qualität der Arbeit gemessen und zertifiziert werden? Da jeder einzelne der derzeit 19.500 deutschen Austauschschüler, jedes Gastfamilienmitglied, jeder Betreuer vor Ort und auch jeder Mitarbeiter der deutschen Austauschorganisation ein Individuum ist, das anders tickt, und jeder Fall somit anders bewertet und eingeordnet werden muss, ist es schlicht unmöglich, die Qualität des Problemmanagements eines Veranstalters objektiv zu beurteilen. Denn da es zentraler Bestandteil eines Schüleraustauschprogramms ist, dass die jugendlichen Programmteilnehmer lernen, Probleme eigenständig zu lösen und an dieser Erfahrung zu wachsen, ist es in der Regel nicht sinnvoll und auch nicht vorgesehen, ohne ein, zwei oder drei klärende Gespräche einen sofortigen Gastfamilienwechsel herbeizuführen. Die Option eines schnellen Gastfamilienwechsels würde aber aufgrund des derzeit herrschenden Zeitgeistes ein Großteil der Eltern und Verbraucherschützer als zentrales Qualitätsmerkmal einstufen, wenngleich selbst die betroffenen Jugendlichen dies oft anders sehen.

Stubenhocker: Gibt es weitere Tipps für die Suche nach dem „richtigen“ Programm und Anbieter?

Thomas Terbeck: Bei der Entscheidung für das individuell am besten passende Programm ist es sicherlich nicht von Nachteil, wenn das favorisierte Gastland bereits seit mehreren Jahren zum Portfolio einer Austauschorganisation gehört, idealerweise betreut von demselben Team mit großen Erfahrungswerten. Zentral ist es natürlich, dass der zu wählende Veranstalter überhaupt die Programmvariante anbietet, die aufgrund ihrer Konzeption den Vorstellungen und Erwartungen des zukünftigen Gastschülers am ehesten entspricht. Schließlich sollte aber auch der weiche Faktor „Bauchgefühl“ eine Rolle spielen: Denn mögliche Probleme während des Auslandsaufenthalts bespricht man am besten mit Leuten, die einem prinzipiell sympathisch sind.

Stubenhocker: Warum sollte man überhaupt an einem Schüleraustauschprogramm teilnehmen?

Thomas Terbeck: Langfristige Auslandsaufenthalte während der Schulzeit bieten die außerordentliche Möglichkeit, aktiv an dem Leben einer zunächst unbekannten Gastfamilie und Schule teilzuhaben. Dadurch lernt man die Kultur und Lebensweise eines fremden Landes auf eine derart intensive und einmalige Weise kennen, wie es durch Urlaubs-, Sprach- und Studienreisen nicht annähernd möglich ist. Selbst lange Weltreisen oder Studienaufenthalte im Ausland erlauben keinen vergleichbaren Einblick in das Alltagsleben eines anderen Kulturkreises, da man mangels Familienanschlusses in der Regel nur die Rolle des außenstehenden Beobachters einnehmen kann. Bei einem Schüleraustausch ist man hingegen ein Teil des Ganzen, mit allen Rechten und Pflichten. Das versetzt die Austauschschüler in die außergewöhnliche Lage, sich ein Urteil über das Leben der sie umgebenden Menschen des Gastlandes zu bilden. Gleichzeitig fördert die räumliche und emotionale Distanz zur Heimat die Fähigkeit, eigene Normen, Werte und Verhaltensweisen kritisch zu überprüfen. Der spielerische Erwerb einer Fremdsprache und der Auslandsbonus im späteren Berufsleben sind weitere positive Begleiterscheinungen des Schüleraustausches, wenn auch nicht die wichtigsten. Neben dem unbestreitbaren Beitrag zur Völkerverständigung sehe ich den alles überragenden Vorzug des Schüleraustausches im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung. Durch die ständige Konfrontation mit ungewohnten Situationen wird man permanent dazu gezwungen, Entscheidungen zu treffen. Man lernt, auch in schwierigen Situationen nicht den Kopf in den Sand zu stecken und andere Standpunkte zu akzeptieren. Von der Erweiterung des persönlichen Erfahrungshorizonts zehrt man sein ganzes Leben, und die Erkenntnis, dass Deutschland nicht der Nabel der Welt ist, ermöglicht das Denken in größeren Dimensionen. Ich kann nur jedem empfehlen, der Lust hat, sich auf etwas Neues einzulassen und hart an sich zu arbeiten, die einmalige Chance „Schüleraustausch“ wahrzunehmen. Sie kommt nie wieder!

Noch Fragen zum Schüleraustausch?

Hier findest du bestimmt die Antwort

Planung und Vorbereitung für einen Schüleraustausch

Voraussetzungen für einen Schüleraustausch
Wie kann ich meine Eltern von einem Schüleraustausch überzeugen?

Versuche, ganz offen mit deinen Eltern darüber zu sprechen. Dann solltest du dich informieren, wie ein Schüleraustausch organisiert wird und was alles dazu gehört. Wenn sich deine Eltern nicht darum kümmern möchten, musst du dich selbst informieren und dann versuchen, sie zu überzeugen.

Wir empfehlen dir, eine Austauschorganisation auszuwählen, mit der du dein Auslandsjahr machen möchtest. Da gibt es eine große Auswahl, die sich in Zielländern, Angebot und Kosten unterscheidet. Im Handbuch Fernweh – Der Ratgeber zum Schüleraustausch bekommst du von A-Z erklärt, wie du dein Auslandsjahr organisierst inkl. Preis-Leistungs-Tabellen der Organisationen für 20 Gastländer. Dann kannst du schon vielleicht eine Vorauswahl treffen, was für dich infrage kommt. Auf unseren kostenlosen JugendBildungsmessen kannst du dich außerdem von unserem Team vor Ort beraten lassen und schon in persönlichen Kontakt mit den Austauschorganisationen kommen. Vielleicht ist es eine gute Idee, mit deinen Eltern zusammen dort hinzugehen. Wenn du deinen Eltern zeigst, dass du dich informiert hast und das Auslandsjahr wirklich willst, überzeugt sie das vielleicht.

Bin ich zu jung für einen Schüleraustausch?

Die Schüleraustausch-Organisationen haben unterschiedliche Altersgrenzen, teilweise werden aber auch Ausnahmen gemacht. Frag also auf jeden Fall bei den Organisationen nach, für die du dich interessierst. Abgesehen davon kommt es vor allem darauf an, dass DU dich bereit fühlst, für eine längere Zeit ohne deine Familie und Freund*innen im Ausland zu leben. Diese Entscheidung kann dir letztendlich niemand abnehmen. Falls ein Schüleraustausch nicht realisierbar ist oder du dich dazu doch noch nicht bereit fühlst, versuch es doch vielleicht mit einer Sprachreise mit Unterbringung in einer Gastfamilie.

Ist die Schulform entscheidend, ob man einen Schüleraustausch machen kann?

Die Schulform ist nicht ausschlaggebend für deinen Schüleraustausch. . Wenn du dich näher mit dem Thema befassen und auch einen persönlichen Eindruck der unterschiedlichen Organisationen bekommen möchtest, können wir dir den Besuch der JugendBildungsmesse „JuBi“ empfehlen.

Kann man auch als Förderschüler*in einen Schüleraustausch machen?

Grundsätzlich sollen Programme wie Gastschulaufenthalte natürlich allen Schüler*innen offenstehen. Informiere dich am besten auf den Webseiten verschiedener Austauschorganisationen und trete mit ihnen in Kontakt.

Kann man auch einen Schüleraustausch machen, wenn man die Schule schon beendet hat?

Falls du noch minderjährig bist, wenn du die Schule beendest, kannst du trotzdem einen Schüleraustausch machen, auch wenn du schon einen deutschen Schulabschluss hast.

Bin ich selbstsicher genug für einen Schüleraustausch?

Ein Schüleraustausch gibt dir eine tolle Chance, neue Menschen und dich selbst besser kennenzulernen, selbstständiger zu werden und natürlich deine Sprachkenntnisse zu verbessern. Wichtig ist, dass du stets offen und ehrlich bist, auch zu dir selbst. Es ist normal, manchmal Zweifel zu haben. Wichtig ist, dass man sich dadurch aber nicht von seinen Träumen abhalten lässt.

Auswahl und Bewerbungsverfahren für ein High School-Programm
Wie treffe ich meine Entscheidung, wohin der Schüleraustausch geht?

Ohne Zweifel gibt es viele interessante Länder auf der Welt. Da kann es schon mal schwer sein, sich für ein Gastland zu entscheiden.

Folgende Fragen könnten dir bei der Entscheidung helfen:
– Möchtest du schon vorhandene Sprachkenntnisse verbessern oder eine ganz neue Sprache lernen?
– Interessiert dich ein ähnlicher Kulturraum oder möchtest du in eine für dich eher unbekannte Kultur eintauchen?
– Hast du schon einen konkreten Berufswunsch und wäre die Auswahl einer bestimmten Zielregion dabei besonders hilfreich?
– Wie viel Geld hast du zur Verfügung?

Lohnt sich ein Schüleraustausch auch für drei Monate?

Wenn du noch nicht bereit bist, länger im Ausland zu sein oder es wegen deiner Schule nicht anders geht, kannst du je nach Zielland auch einen Austausch machen, der nur drei Monate dauert. Auch in dieser relativ kurzen Zeit berichten Austauschschüler*innen von schönen Erfahrungen, die dort Freund*innen gefunden und ihre Sprachkenntnisse verbessert haben.

Wie wichtig sind Schulnoten bei der Bewerbung für einen Schüleraustausch?

Jede Organisation und auch deine Schule in der Heimat kann in Bezug auf Notendurchschnitt oder Noten in einzelnen Fächern eigene Richtlinien haben. Bleibe also am besten im Gespräch mit der Organisation und versuche es im Zweifel noch bei ein paar Weiteren. Noch wichtiger ist, dass du auch mit deiner deutschen Schule sprichst, was die Beurlaubung während deines Auslandsaufenthalts bzw. die Zeit danach angeht (also: In welche Klassenstufe würdest du nach deiner Rückkehr kommen?). Es gibt immer mehr Programme, bei denen die Noten nicht mehr so entscheidend sind. Oftmals sind deine Persönlichkeit und Motivation wichtiger für deine Bewerbung.

Wie kann man einen Schüleraustausch auf Gegenseitigkeit machen?

Allgemein wird der Schüleraustausch auf Gegenseitigkeit nur noch selten durchgeführt.
In der Regel findet er mit einer Dauer von ein paar Wochen bis ungefähr drei Monaten statt. Organisiert wird er über Partnerschulen, Jugendwerke, Programme der Bundesländer oder Partnerstädte deiner Gemeinde. Der beste Weg ist, selbst Schulen im Ausland zu kontaktieren und zu hoffen, dass es dort ein*e Schüler*in gibt, die daran Interesse hätte. 

Was soll ich machen, wenn ich nach meiner Bewerbung nichts von der Austauschorganisation höre?

Im Einzelfall ist es immer ratsam, sich bei der Organisation zu melden und nachzufragen, ob die Bewerbung erfolgreich eingegangen ist und noch bearbeitet wird. Je nach Organisation gibt es ein festgelegtes Datum als Anmeldeschluss und erst danach werden Einladungen zu Auswahlgesprächen oder Bestätigungen verschickt. Daher werden die Einladungen dazu auch erst “spät” verschickt, sodass Leute, die sich sehr früh anmelden, lange darauf warten. Außerdem kann es sein, dass sich noch nicht genügend Bewerber*innen gefunden haben und die Organisationen auf weitere Bewerbungen warten. Scheut euch nicht, bei der Organisation nachzufragen.

Was soll ich tun, wenn ich vor der Abreise am Schüleraustausch zweifle?

Wenn du noch vor dem Abflug in dein Gastland Zweifel bekommst, ist das völlig normal. Es ist nicht immer einfach, Freund*innen und Familie für eine gewisse Zeit nicht sehen zu können. Trotzdem hast du vielleicht nicht ohne Grund dich vorher für einen Auslandsaufenthalt entschieden und dich beworben. Das Beste ist, erst einmal die Ankunft abzuwarten. Nach einiger Zeit im Austauschland kann man besser einschätzen, ob man weiterhin Zweifel hegt. Gefühle ändern sich stetig und es ist normal, dass es sich manchmal wie eine Achterbahnfahrt zwischen Aufregung und Zweifel anfühlt. 

Unterbringung in einer Gastfamilie beim Schüleraustausch
Soll ich bei einem Schüleraustausch lieber in der Gastfamilie oder im Internat leben?

Ob du beim Schüleraustausch lieber in einer Gastfamilie oder im Internat wohnen solltest, kann man nicht pauschal sagen. Während du in der Gastfamilie Familienanschluss hast, lebst du im Internat mit vielen Gleichaltrigen zusammen und Freundschaften werden im Fokus stehen. Auch im Internat gibt es Betreuungspersonen, die für dich da sind. Häufig sind Aufenthalte im Internat deutlich teurer als bei einer Gastfamilie. 

Warum nehmen Gastfamilien Austauschschüler*innen auf?

Dafür kann es ganz verschiedene Gründe geben. Eine*n Gastschüler*in aufzunehmen ist sehr spannend, weil es einen kulturellen Austausch zu Hause gibt, ohne dafür reisen zu müssen. Viele Menschen haben auch Spaß daran, einer anderen Person ihre Kultur und ihr Land zu zeigen. Warum fragst du deine Gastfamilie nicht einfach selbst, warum sie eine*n Gastschüler*in aufnehmen wollten?

Wie schreibe ich einen Brief an meine Gastfamilie vom Schüleraustausch?

In deinem Brief geht es darum, dich bei deiner Gastfamilie vorzustellen. Du kannst also mit ganz allgemeinen Infos wie deinem Namen, deinem Alter, Wohnort und Infos zu deiner Familie anfangen (Geschwister, Haustiere usw.). Außerdem könntest du von deiner Schule, deinen Lieblingsfächern und sonstigen Interessen und Hobbys berichten. Wichtig ist, dass du erklärst, wieso du einen Schüleraustausch machen möchtest. Falls du gesundheitlich oder ernährungstechnisch Wünsche oder Einschränkungen hast, sollte das vermutlich auch in deine Selbstbeschreibung. Sprich dazu aber am besten auch mit deiner Austauschorganisation.

Was kann ich als Gastgeschenk für meine Gastfamilie beim Schüleraustausch mitnehmen?

Viele Austauschschüler*innen nehmen zu Beginn des Schüleraustauschs kleine Gastgeschenke für ihre Gastfamilie mit. Dazu eignen sich z. B. Mitbringsel aus deiner Heimatstadt wie bedruckte T-Shirts, ein Reiseführer oder Bildband. Außerdem kannst du deutsche Süßigkeiten wie Schokolade oder Gummibärchen mitbringen (Achtung: Einfuhrbeschränkungen des Gastlandes für Lebensmittel beachten!). Eine schöne Idee ist außerdem ein Kochbuch mit deutschen Gerichten. So kannst du mit deiner Gastfamilie etwas von deiner Heimat kochen, was dir gut schmeckt.

Mit welchen Familienkonstellationen kann man beim Schüleraustausch in der Gastfamilie  rechnen?

Generell gibt es jede Art von Familienkonstellationen in den Gastfamilien. Anzahl der Familienmitglieder, Einkommen, Religion und weitere Aspekte variieren von Familie zu Familie. So ist es in anderen Ländern ähnlich wie in Deutschland. Es kann auch schön sein, komplett neue Familienkonstellationen zu erleben. 

Muss ich mir Sorgen machen, wenn bei meinem Schüleraustausch die Gastfamilie in einer Großstadt lebt?

Während einige Austauschschüler*innen sich vielleicht freuen, in Metropolen wie New York, Toronto oder Sydney platziert zu werden, kann das auch erst einmal überfordernd wirken. Aber keine Sorge: Viele Familien wohnen ja nicht direkt in den touristischen Stadtzentren, die man aus den Medien kennt und deine Gastfamilie kann dir helfen, dich in der zunächst vielleicht ungewohnten Umgebung sicher zu fühlen und zurechtzukommen.

Kann ich bei meinem Schüleraustausch auch auf dem Land oder sogar auf einer Farm platziert werden?

Hast du das Länderwahlprogramm gewählt, kannst du grundsätzlich überall in deinem Gastland platziert werden. Theoretisch also auch in einer sehr ländlichen Gegend auf einer Farm. Aber auch das kann eine tolle und abwechslungsreiche Erfahrung sein. Schließlich gehst du auch dort zur Schule und wirst Freund*innen finden. Sicher wirst du auf dem Land andere Erfahrungen machen als in der Stadt, letztendlich lernst du so aber vielleicht sogar die authentischste Seite deines Gastlandes kennen. Da im Ausland viel mehr Sport- und Freizeitprogramm auch an den Schulen stattfindet, musst du dir auf jeden Fall keine Sorgen machen, dass dir langweilig wird.

Kann ich auch als Vegetarier*in oder Veganer*in einen Schüleraustausch machen?

Auch mit Ernährungseinschränkungen kannst du natürlich einen Schüleraustausch machen. Am besten sprichst du mit deiner Austauschorganisation und gibst bei der Bewerbung an, was du essen darfst bzw. möchtest. Teilweise kann es sein, dass es etwas schwieriger wird, eine Gastfamilie zu finden, da es in manchen Ländern noch nicht so verbreitet ist, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren. Grundsätzlich solltest du nicht erwarten, dass du vor Ort perfekt bekocht wirst, sondern flexibel sein. Vielleicht kannst du gemeinsam mit deiner Gastfamilie kochen und ihnen vegetarische oder vegane Gerichte zeigen, sodass auch sie auf den Geschmack kommen.

Wie viel muss man über Deutschland wissen und das Wissen während des Schüleraustauschs wiedergeben?

Während des Austauschs werden dich wirst du bestimmt öfters mal gefragt, wie manche Dinge in Deutschland gehandhabt werden. Von Schulsystem bis Politik könnte alles dabei sein. Allerdings brauchst du dir deswegen keine Sorgen machen, denn die meisten Erklärungen kannst du bestimmt liefern, ohne extrem ins Detail zu gehen oder dir das Wissen vorher aneignen zu müssen. 

Lohnt es sich, selbst Gastfamilie zu werden, bevor man einen Schüleraustausch macht?

Gastfamilie zu werden, ist ein komplett anderer Schritt als selbst Austauschschüler*in in einer Familie zu sein. Natürlich sollten alle Mitglieder der Familie einverstanden sein, eine*n Austauschschüler*in im eigenen Haushalt aufzunehmen. Sicherlich kann es eine bereichernde Erfahrung sein, die dich auf eine andere Art und Weise auf den eigenen Auslandsaufenthalt vorbereiten kann. Aber Achtung: Siehe es nicht als Sprachübung für dich selbst. Der*die Austauschschüler*in ist wahrscheinlich in Deutschland, um Deutsch zu lernen und nicht in seiner*ihrer Muttersprache mit dir zu reden. 

Ist es schlimm, wenn mein Schüleraustausch bald losgeht und ich noch keine Gastfamilie habe?

Auch wenn du sicher ungeduldig bist und am liebsten sofort alles wissen möchtest: Es ist relativ normal, erst kurz vor der Abreise eine Gastfamilie zugewiesen zu bekommen. Mach dir keine Sorgen. Die Austauschorganisationen haben viel Erfahrung und du wirst sicher in eine nette Familie vermittelt.

Was soll ich für meinen Schüleraustausch einpacken?

Da man häufig nur einen Koffer mitnehmen kann, sollte man sich vorher gut überlegen, was man zum Schüleraustausch einpackt. Eine allgemeine Packliste zur Orientierung findest du hier. Grundsätzlich sollte man sich aber nicht zu große Sorgen machen, etwas zu vergessen. Bis auf persönliche Gegenstände kann man im Gastland in der Regel alles kaufen, was einem vielleicht noch fehlt. Viele Austauschschüler*innen kaufen im Gastland ohnehin im Laufe der Zeit neue Sachen, sodass ein wenig Platz im Gepäck oder sogar ein zweiter Koffer auf dem Rückweg sinnvoll ist, damit du deine lieb gewonnenen Andenken mitnehmen kannst. 

Schulwahl beim Schüleraustausch
Kann ich mir aussuchen, wo genau ich meinen Schüleraustausch mache?

Je nach Gastland und Programmart kannst du beeinflussen, in welche Gegend deines Wunschlandes du kommst, teilweise sogar eine Schule aussuchen. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass man sich nicht zu viele Gedanken machen und nicht zu wählerisch sein solltest. Schließlich macht man einen Austausch, um etwas Neues und Unbekanntes kennenzulernen. Wenn du eine Liste mit zu vielen Wünschen hast, bist du wahrscheinlich unflexibel und kannst dich nur schwer offen auf deine neue Umgebung einlassen. Letztendlich wirst du mit ein bisschen Offenheit überall eine schöne Zeit im Ausland verbringen!

Soll ich mir bei meinem Schüleraustausch lieber den Ort oder die Schule aussuchen?

Je nach Programm kannst du dir die Region oder aber eine spezielle Schule aussuchen, in der du platzierst wirst. Schwankst du zwischen einer Stadt, die dir gefällt, und einer anderswo gelegenen Schule, die dir ebenfalls gefällt, raten wir dir dazu, dich für deine Wunsch-Schule zu entscheiden. Die Stadt kannst du dir vielleicht auch als Tourist ansehen. In der Schule verbringst du hingegen den Großteil deines Alltags und wirst dort deine Freund*innen kennenlernen.

Wo ist der Unterschied zwischen öffentlichen und Privatschulen beim Schüleraustausch?

In vielen typischen Gastländern gibt es, anders als in Deutschland, auch ein sehr großes Privatschulsystem. Die Unterschiede zwischen öffentlichen und privaten Schulen kann man nicht pauschal nennen. Teilweise haben Privatschulen den Ruf, ein höheres Niveau zu haben, oder sie haben eine Schuluniform, die es an öffentlichen Schulen vielleicht nicht gibt. Man kann aber nicht verallgemeinern, was besser ist. Informiere dich am besten landesspezifisch und frage bei den Austauschorganisationen nach. Grundsätzlich berichten Austauschschüler*innen von guten Erfahrungen sowohl an öffentlichen als auch an privaten High Schools. Auch wenn du deine Schule nicht über ein Schulwahlprogramm aussuchen kannst oder willst, musst du dir also keine Sorgen machen.

In welche Klassenstufe werde ich während meines Schüleraustauschs eingestuft? 

Diese Frage kann dir wahrscheinlich deine Organisation beantworten, sofern es sich um eine konkrete, schon ausgewählte Schule handelt. Man sollte damit rechnen, dass man in ein vergleichbares Äquivalent zur deutschen Schulklasse eingestuft wird. Trotzdem gibt es oft auch die Möglichkeit, die Kurse so anzupassen, dass man nicht unterfordert wird. Genau wie bei der Fächerwahl gibt es bestimmte Spielräume, die mehr Flexibilität bieten.

Wie streng sind die Regeln der Schule bei einem Schüleraustausch?

Die Regeln an den meisten Schulen im Ausland klingen für viele Schüler*innen aus Deutschland vermutlich erst einmal etwas extrem: kein Make-up, keine gefärbten Haare, mindestens knielange Kleidung und je nach Land auch noch Schuluniform. Viele Austauschschüler*innen berichten aber, dass sie sich schnell an die neuen Regeln gewöhnt haben. Wenn sich alle an die Regeln halten, hat man normalerweise auch selbst kein Problem damit. Außerdem werden die Regeln häufig nicht ganz so streng ausgelegt, wie sie in der Schulordnung klingen.

Finanzen und Versicherungen für einen Schüleraustausch
Wie kann ich selbst Geld für meinen Schüleraustausch dazu verdienen?

Wenn du selbst Geld verdienen möchtest, um deinen Schüleraustausch mitzufinanzieren, such am besten nach Schüler- und Ferienjobs in deiner Nähe. Du könntest z. B. Nachhilfe geben, Babysitten oder Zeitungen austragen. Alternativ könntest du lokale Zeitungen, Blogs usw. anschreiben und fragen, ob du für sie während deines Schüleraustauschs gegen eine Entlohnung Berichte schreiben könntest. Außerdem kannst du dir zu Geburtstagen und Weihnachten Geld wünschen oder alte Sachen verkaufen, die du nicht mehr benötigst. Abgesehen von der Möglichkeit, selbst Geld zu verdienen, kannst du dich außerdem über Stipendien informieren. Diese können dir helfen, deinen Austausch ganz oder teilweise zu finanzieren.

Bekommen Gastfamilien Geld für Austauschschüler?

In einigen Zielländern erhalten die Gastfamilien Geld dafür, dass sie Austauschschüler*innen aufnehmen. Das ist aber in der Regel nicht so viel, dass sie dadurch Gewinn machen. Es geht eher darum, die Kosten, die ein Austauschschüler*in verursacht, zumindest teilweise zu decken. Schließlich hast bei der Familie ein Zimmer und wirst verpflegt. 

Wie komme ich während des Schüleraustauschs an Geld im Ausland?

Die meisten deutschen Banken bieten zusätzlich zum normalen Girokonto eine Schüler*innen-Prepaid-Kreditkarte an, mit der du ohne zusätzliche Gebühren im internationalen Ausland abheben kannst. Wenn du noch minderjährig bist, musst du zusätzlich noch eine volljährige Person für das Konto bevollmächtigen. Mit dieser Karte kannst du dann im Ausland ganz normal am Bankautomaten Bargeld abheben oder im Laden mit Karte bezahlen. Einige lokale Bankautomaten verlangen auch eine Gebühr für die Abhebung. Das wird in dem Fall aber am Automaten angezeigt. Du kannst dann den Abhebevorgang abbrechen und es beim nächsten Automaten zu versuchen.
Wenn du einen gebührenfreien Automaten gefunden hast, merke dir auf jeden Fall die Bank, damit du nicht jedes Mal aufs Neue suchen musst.

Welche Versicherungen brauche ich für einen Schüleraustausch?

Wenn du deinen Schüleraustausch mit einer Organisation machst, kann diese dir helfen, die richtigen Versicherungen für deine Zeit im Ausland zu kennen. Teilweise sind in den Tarifen der Veranstalter*innen auch bereits Versicherungen enthalten. Auf jeden Fall solltest du während deines Schüleraustauschs eine Kranken- und eine Haftpflichtversicherung haben. Eventuell sind auch eine Unfallversicherung oder Gepäckversicherung sinnvoll. Informiere dich am besten zusammen mit deinen Eltern.

Soll man die Flüge für einen Schüleraustausch privat buchen oder von der Organisation planen lassen?

Es kommt darauf an, worauf man Wert legt und inwiefern die Organisation es mit einberechnet. Informiert euch am besten, welche Flug- und Versicherungsleistungen Bestandteil des Preises sind oder ob ihr euch selber um die Flugreise kümmern müsst. Falls gewünscht, kann man sich an seine Organisation wenden und über Wünsche und Änderungen reden.

Sprache und Kultur beim Schüleraustausch
Reichen meine Sprachkenntnisse für einen Schüleraustausch?

Mach dir um deine Sprachkenntnisse keine Sorgen. Solange die Austauschorganisation nichts voraussetzt, gibt es keine besonderen Ansprüche. Wichtig ist eher, dass du offen bist und Lust hast, mit anderen Leuten zu kommunizieren. Je nach Zielland gehen Austauschschüler*innen sogar ohne jegliche Sprachkenntnisse (z. B. Spanisch) ins Ausland und kommen trotzdem gut zurecht bzw. lernen die Sprache dann erst vor Ort. Ein paar einfache Vokabeln der Sprache schon vorher zu lernen, ist aber auf jeden Fall hilfreich, damit du dich schneller einleben und ins System einfinden kannst.

Komme ich beim Schüleraustausch mit dem Akzent vor Ort zurecht?

Es gibt in den meisten Sprachen viele verschiedene Akzente, die je nach Land aber auch schon innerhalb eines Landes je nach Region sehr unterschiedlich sein können. Ein Grund, sich gegen dein Wunschziel zu entscheiden, sollte der Akzent aber nicht sein. Du gewöhnst dich in der Regel schnell an den vielleicht ungewohnten Klang. Es ist doch schön, wenn der Akzent Teil der Landeskultur ist.

Spricht man am Ende des Schüleraustauschs wie ein*e Einheimische*r?

Du wirst dich am Ende deines Austauschs auf jeden Fall gut verständigen können. Dadurch, dass sich dein gesamtes Leben in einer anderen Sprache abspielt, ist das quasi ein 24/7-Intensivkurs. Gerade am Anfang wirst du merken, wie sich deine Sprachkenntnisse in großen Schritten steigern.

Während des High School-Programms

Leben in der Gastfamilie während des Schüleraustauschs
Was kann ich gegen anfängliches Heimweh und Eingewöhnungsschwierigkeiten beim Schüleraustausch machen?

In der Regel hilft es, sich abzulenken und zu versuchen, neue Bekanntschaften zu machen. Vielleicht interessierst du dich ja für einen Sport und kannst einem Sportverein beitreten? Oftmals gibt es auch Aktivitäten, die von der Schule nach dem offiziellen Unterricht angeboten werden. Möglicherweise gibt es in deinem Wohnort auch Jugendgruppen, in denen du dich engagieren kannst. Wenn du nicht weißt, wo du bei der Suche anfangen sollst, dann frag ruhig deine Gastfamilie um Hilfe.

Wie ist es, wenn in einer Gastfamilie mehrere Austauschschüler*innen leben?

Nicht immer kann man mitentscheiden, ob die eigene Gastfamilie noch andere Austauschschüler*innen aufnimmt. Trotzdem kann man bei seiner Organisation eventuelle Wünsche angeben. Es kann Vorteile als auch Nachteile mit sich bringen, eine*n weitere*n Austauschschüler*in in der Familie zu haben. Oft ist der Hintergedanke, dass man eine*n Gleichgesinnte*n hat, mit der*dem man sich gut austauschen kann. Trotzdem sollte man versuchen, sich dazu ein eigenes Umfeld auszubauen.

Was kann ich tun, wenn die Gastfamilie kein Interesse an mir zeigt?

Wir können es sehr gut verstehen, dass es deprimierend sein kann, wenn man das Gefühl hat, die Gastfamilie würde sich nicht für einen interessieren. Als neues Mitglied in einer Gastfamilie darf man nicht vergessen, dass diese Situation auch für die Familie neu ist. Auch wenn diese in der Vergangenheit schon Austauschschüler*innen bei sich aufgenommen hat, heißt das nicht, dass sie sich nicht an den neuen Zuwachs gewöhnen müssen.

Eine Erklärung für gefühltes Desinteresse könnte sein, dass die Familie dich nicht einengen und dir Raum geben möchte, um dir die Chance zu lassen, dich gut einzuleben. Trau dich, auf deine Gastfamilie zuzugehen und auch mal von dir aus Unternehmungen vorzuschlagen.

Kann ich während des Schüleraustauschs zwischendurch nach Hause fliegen?

Die Schulferien vor Ort eignen sich perfekt dazu, das Gastland zu bereisen, Freundschaften zu festigen und viel Zeit mit der Gastfamilie zu verbringen. Das neu aufgebaute Leben im Gastland zu unterbrechen, ist nicht immer ratsam, insbesondere wenn man generell unter Heimweh leidet. Außerdem muss es nicht schon vor Ankunft im neuen Gastland festgelegt werden, dass man für Weihnachten wieder in die Heimat fährt. Es kann auch sein, dass man die Meinung während des Aufenthalts ändert. Sollte allerdings ein absoluter Notfall vorliegen, kann man natürlich im Einzelfall schauen, ob eine Rückkehr nötig ist.

Kann ich meine Gastfamilie während des Schüleraustauschs wechseln?

Bei Problemen mit deiner Gastfamilie solltest du zunächst das Gespräch mit ihnen suchen. Vielleicht kann auch ein*e Betreuer*in deiner Austauschorganisation helfen, das Problem gemeinsam zu besprechen und zu lösen. Sollten die Probleme zu groß sein und du dich in deiner Gastfamilie überhaupt nicht wohlfühlen, kannst du aber durchaus einen Wechsel in Betracht ziehen. Dein Auslandsaufenthalt soll schließlich eine unvergessliche und schöne Zeit werden. Bedenke dabei nur, dass du auch die neue Familie in der Regel vorher nicht „ausprobieren“ kannst und die Entscheidung für den Wechsel endgültig ist.

Schule und Freundschaften während des Schüleraustauschs
Soll ich meinen Schüleraustausch abbrechen, wenn in den ersten Tagen Heimweh habe?

Das, was du gerade erlebst, ist völlig normal. Vielen Austauschschüler*innen geht es am Anfang nicht so gut, weil sie oftmals ein Jetlag haben und ihr gewohntes Umfeld vermissen. Vielleicht hilft es dir in Erinnerung zu rufen, wie sehr du dir deinen Auslandsaufenthalt gewünscht hast. Was hast du dir erträumt und erhofft? Warum wolltest du ins Ausland gehen? Freund*innen und Familie zu Hause laufen dir nicht weg, deine Zeit im Ausland hingegen ist sehr begrenzt. Unserer Erfahrung nach ist ein sehr intensiver Kontakt nach Hause nicht hilfreich und verschlimmert das Heimweh in der Regel noch, da er dich daran hindert, wirklich anzukommen und dich auf die Situation einzulassen. Wenn es gar nicht anders geht, kann ein Telefonat alle paar Tage natürlich Trost spenden. Nur auf das Handy zu starren und auf die nächste Antwort zu warten, wird dir deine Zeit dort aber wohl nicht einfacher machen. Hast du denn in der Schule bereits Anschluss gefunden? Falls nicht, wäre eine AG oder ein Verein mit Sicherheit eine gute Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen, neue Dinge auszuprobieren und im Gastland anzukommen. 
Letztlich ist es deine eigene Entscheidung, ob du den Aufenthalt abbrichst oder deinem Auslandsabenteuer noch eine Chance gibst. Dies ist nicht einfach, dennoch wirst du niemanden enttäuschen – egal, wie du dich entscheidest. Wichtig ist, dass du vorher verschiedene Möglichkeiten ausprobierst, Anschluss zu finden und Zeit mit deiner Gastfamilie verbringst.

Wie schnell lebt man sich beim Schüleraustausch ein?

Das läuft sehr unterschiedlich ab, da das hauptsächlich an dir liegt, aber natürlich auch ein bisschen an den Umständen (Sprachkenntnisse, Geschwister, Klasse, etc.). Jede*r hat eine andere Vorstellung davon, was “eingelebt” bedeutet. Für manche ist es der Punkt, an dem man sich wohlfühlt, wenn man Freund*innen gefunden hat und sich wie zu Hause fühlt.
 
Viele berichten, dass sie sich nach drei bis fünf Monaten “so richtig eingelebt” haben. Bei manchen geht das schneller, bei anderen weniger schnell. Es kommt darauf an, was man daraus macht!

Wie finde ich am besten (einheimische) Freund*innen beim Schüleraustausch?

Je nachdem, wo du hingehst, werden vor Ort mehr oder weniger andere Austauschschüler*innen sein. So besteht die Gefahr, dass du mehr mit anderen Gastschüler*innen zu tun hast als mit Einheimischen. Damit das nicht passiert, solltest du auf jeden Fall offen sein und die Initiative ergreifen. Am Anfang ist das Interesse an Schüler*innen aus dem Ausland in der Regel groß und dir werden neugierige Fragen gestellt. Bleib dann einfach dran und frag die Einheimischen beispielsweise, ob du mit ihnen die Mittagspause verbringen kannst oder ob ihr nachmittags zusammen etwas unternehmen könnt. Außerdem kann es helfen, nach dem Unterricht die AGs und Sportangebote deiner High School zu nutzen, um noch mehr neue Leute kennenzulernen.

Welche Schulfächer soll ich beim Schüleraustausch wählen?

Häufig gibt es an ausländischen High Schools ganz andere Schulfächer als in Deutschland. Du hast also die Möglichkeit, ungewöhnliche und spannende Unterrichtsfächer auszuprobieren. Abhängig von deiner Jahrgangsstufe und Schule in der Heimat solltest du dich aber auch informieren, ob du bestimmte Fächer im Ausland belegen solltest, um in Deutschland nicht das Schuljahr wiederholen zu müssen. Teilweise musst du auch Regelungen der Gastschule beachten, da nicht alle Kombinationen zulässig sind oder es Pflichtfächer gibt. Das ein oder andere spannende Schulfach kannst du im Ausland aber sicher trotzdem belegen.

Kann ich während des Schüleraustauschs meinen Hobbys nachgehen?

Wenn du ein Hobby hast, das dir besonders wichtig ist und das du am liebsten auch im Ausland weiter machen möchtest, kannst du das natürlich in deiner Bewerbung angeben. Wenn es nichts zu Ausgefallenes ist, wird sich auch im Ausland vermutlich eine Möglichkeit finden, damit du dein Hobby nicht aufgeben musst. Verbeiße dich aber nicht zu sehr in dem Gedanken, unbedingt deinen bisherigen Hobbys weiterhin nachzugehen. Häufig gibt es im Gastland landestypische Freizeitaktivitäten. Du solltest daher offen für Neues sein. Wer weiß, vielleicht entdeckst du ein ganz neues Hobby für dich.

Kann ich während meines Schüleraustauschs durch das Land reisen?

Das kann man pauschal nicht sagen. Viele Gastfamilien sind bemüht, ihren Austauschschüler*innen etwas vom Land zu zeigen. Was und wie weit entfernt die Ausflugsziele dabei sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. In vielen Ländern haben Arbeitnehmer*innen auch nicht so viel Urlaub wie in Deutschland. Teilweise bieten auch die Austauschorganisationen Reisen mit anderen Austauschschüler*innen während der Ferien vor Ort an. Aber auch wenn du nicht die Top-Sehenswürdigkeiten deines Gastlandes erreichen kannst, solltest du offen für Aktivitäten und Ausflüge in deiner Nähe sein. Auch dort gibt es Spannendes und vielleicht weniger Touristisches zu entdecken!

Kann man während des Schüleraustauschs einen Führerschein machen?

In einigen typischen Schüleraustausch-Ländern können Jugendliche schon deutlich früher ihren Führerschein machen. In den USA und Kanada geht das teilweise sogar schon mit 15 Jahren. Ob man als Austauschschüler*in auch einen Führerschein machen kann und diesen dann auch später in Deutschland anerkannt bekommt, lässt nicht pauschal sagen. Es kommt beispielsweise darauf an, wie lange du den Führerschein vor Ort hast. Informiere dich am besten beim ADAC über deine genaue Situation.

Darf man während des Schüleraustauschs Alkohol trinken?

Nein. Da du beim Schüleraustausch in der Regel noch unter 18 Jahren bist und die Gesetze anders als in Deutschland sind, darfst du in fast allen Gastländern noch keinen Alkohol trinken. Abgesehen davon unterschreibst du bei den meisten Austauschorganisationen, dass du keinen Alkohol trinken oder Drogen nehmen wirst. Wirst du erwischt, kannst du sofort nach Hause geschickt werden. Denke daran, dass du als Austauschschüler*in dein Heimatland und deine Austauschorganisation repräsentierst. Du solltest dich also an die Regeln halten, schließlich hast du den Bedingungen des Schüleraustauschs zugestimmt.

Soll ich die deutsche Sprache während des Schüleraustauschs meiden?

Da meist das Ziel eines Auslandsaufenthaltes ist, die Sprache des Gastlandes gut zu erlernen, ist es nicht förderlich, wenn man die Fortschritte im Erlernen der Sprache durch das Deutschsprechen hindert. Natürlich gibt es Augenblicke, wo man doch lieber noch Deutsch spricht, um sich besser ausdrücken zu können (bspw. in Notsituationen). Auch kann es interessant sein, einen Deutschunterricht im Ausland zu besuchen, um zu sehen, wie vor Ort Deutsch gelernt wird. Trotzdem sollte man persönlich darauf achten, inwiefern das eigene Sprachenlernen evtl. beeinträchtigt werden könnte. Tipp: Mit anderen deutschen Austauschschüler*innen kann man in der Sprache des Austauschlandes sprechen, auch wenn es sich vielleicht am Anfang etwas komisch anfühlt.

Welche Möglichkeiten gibt es, während meines Schüleraustauschs darüber zu berichten?

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, das aufregende Austauschjahr mit Familie und Freund*innen in der Heimat zu teilen. Ob Blog, E-Mail-Verteiler, WhatsApp-Gruppe oder Social-Media-Account – mach am besten das, womit du dich am wohlsten fühlst. Dann fällt es dir leichter, deine Berichte regelmäßig zu posten.

Rückkehr vom Schüleraustausch

Ändert sich mein Charakter im Auslandsjahr?

Sicherlich wirst du in deinem Auslandsaufenthalt ganz viele Erfahrungen machen und natürlich entwickelst du dich in dieser Zeit weiter. In der Regel verändert sich dein Charakter aber nicht so stark, dass du als anderer Mensch zurückkommst. Die Verbindung zu guten Freund*innen und deiner Familie in Deutschland wird bestimmt so bleiben. Auch in Deutschland würdest du dich innerhalb eines Jahres weiterentwickeln. 

Was mache ich, wenn ich am Ende meines Schüleraustauschs zu viel Gepäck habe?

Häufig reist man schon mit vollem Koffer zum Schüleraustausch an. Vor Ort kauft und sammelt man dann noch einige Sachen und hat dann für die Heimreise zu viel Gepäck. Falls du zwischendurch Besuch von Freund*innen und Familie aus Deutschland bekommst, kannst du sie vielleicht bitten, schon ein paar Sachen, die du nicht mehr brauchst, mit zurückzunehmen. Außerdem kannst du bei der Fluggesellschaft ein weiteres Gepäckstück hinzubuchen oder Pakete nach Hause schicken. Vielleicht gibt es auch alte Klamotten oder Bücher usw. von denen du dich trennen und beispielsweise deinen Freund*innen im Gastland schenken kannst.

Muss ich nach dem Schüleraustausch das Schuljahr wiederholen?

Es gibt keine Grundregel dafür, ob man nach einem Auslandsschulbesuch die Stufe in Deutschland wiederholen muss oder nicht. Wenn du z. B. nach 13 Jahren Abi machst, ist die 11. Klasse tatsächlich ein sehr guter Zeitpunkt.

Du musst auf jeden Fall mit deiner Schule (Klassenlehrer*in/Schulleitung) absprechen, unter welchen Bedingungen du nach der 11. im Ausland direkt in der 12. in Deutschland weitermachen könntest. Das ist möglich, aber es entscheidet immer deine Schule hier in Deutschland.
Wichtig ist u. a., dass du bestimmte Kernfächer weiterhin im Ausland belegst oder dir z. B. Unterlagen aus Deutschland digital schicken lässt und am Ende noch mal grob wiederholen kannst, was deine deutschen Mitschüler*innen in der 11. behandelt haben. Sollte es aus irgendwelchen Gründen so kommen, dass du die 11. Klasse in Deutschland wiederholen müsstest, würden wir dir in jeden Fall dazu raten, trotzdem das Auslandsjahr zu machen.

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