Dein Weg zum Au-Pair

Eignung, Planung und Aufgaben vor Ort

weltweiser · Au-Pair · flyout

von Carmen Kurz, flyOUT

Programm: Au-Pair

Erschienen in: (Nix für) Stubenhocker.

Die Zeitung für Auslandsaufenthalte,
Nr. 1 / 2011, S. 41-42

Mit der Entscheidung, als Au-Pair ins Ausland zu gehen, bekommst du die Gelegenheit, die Sprache, Kultur und die Menschen eines anderen Landes intensiv kennenzulernen. Es wird eine faszinierende und aufregende Zeit für dich, in der du viele Erfahrungen sammeln und Herausforderungen meistern wirst. Aber nicht nur für dich ist diese Zeit ein besonderes Erlebnis – auch deine Gastfamilie freut sich auf den interkulturellen Austausch, der einen wichtigen Bestandteil des Programms darstellt. Damit du dich optimal auf deine Zeit als Au-Pair vorbereiten kannst, möchte ich dir hier einige hilfreiche Tipps und Hinweise geben.

Persönliche Eignung
Ein gutes Au-Pair zeichnet sich vor allem durch die uneingeschränkte Liebe zu Kindern aus, mit allem, was dazugehört! Um deine Eignung zu prüfen, verlangen Au-Pair-Agenturen Referenzen, die dir Erfahrungen und Sachverstand im Umgang mit Kindern bescheinigen. Diese kannst du zum Beispiel durch Praktika im Kindergarten, Babysitting, Hausaufgabenbetreuung, durch Mithilfe bei Kinderfreizeitveranstaltungen und Ferienlagern oder im Sportverein sammeln. Da die Kinderbetreuung zu den Kernaufgaben eines Au-Pairs gehört und nicht unterschätzt werden sollte, sind solche Erfahrungen aber auch für dich zentral, allein schon deshalb, damit du beurteilen kannst, ob die Teilnahme an einem Au-Pair-Programm überhaupt die richtige Entscheidung für dich ist.

Planung und Dauer des Aufenthalts
Die Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt beginnt bereits lange vor der Abreise. Es empfiehlt sich, ein Jahr im Voraus mit der Planung anzufangen. Die lange Vorlaufzeit dient dir vor allem dazu, dich innerlich auf das bevorstehende Ereignis einstellen zu können. Natürlich muss zugleich viel organisiert werden, wie zum Beispiel An- und Abreise, Impfungen oder die Beantragung eines Visums. Zudem wirst du Referenzen erbitten müssen, um deine Erfahrung in der Kinderbetreuung nachweisen zu können. Mach dir in Ruhe Gedanken über die Länge deines Auslandsaufenthaltes. Je länger du in einem Gastland lebst, desto tiefer tauchst du in die Lebensweise, die Kultur und den Alltag in der Ferne ein. In der Regel dauert ein Au-Pair-Aufenthalt mindestens ein halbes, meist sogar ein ganzes Jahr. In einigen Ländern besteht die Möglichkeit, an einem kurzen Sommer-Au-Pair-Programm von wenigen Monaten Dauer teilzunehmen. Abgesehen von diesem speziellen Kurzprogramm, ist in dem bei Deutschen beliebten Au-Pair-Gastland USA die Aufenthaltsdauer von mindestens zwölf Monaten klar vorgeschrieben.

Die Agentur
Um Komplikationen vorzubeugen, ist es sinnvoll, für die Vermittlung ins Ausland eine deutsche Agentur in Anspruch zu nehmen. Sie ist dir bei der Beratung, Vorbereitung, Wahl der Gastfamilie, Ausreise und Beachtung von Qualitätsstandards behilflich und steht dir auch während des Auslandsaufenthaltes zur Seite. Teilnehmer, die zum ersten Mal für einen längeren Zeitraum ins Ausland gehen und Berührungsängste mit der Ferne haben, können den Mitarbeitern der Agentur ihre Bedenken und Sorgen mitteilen. Aufgrund ihrer Erfahrungen können sie Tipps geben und Sicherheit vermitteln. Zudem lassen Prüfungsstress, Abschlussfeier und Abschlussfahrt oftmals wenig Zeit für eine selbstständige Organisation und Planung. Dies kannst du dann der Agentur überlassen, die zusätzlich den Angehörigen in Deutschland als Ansprechpartner dient.

Ein Au-Pair-Aufenthalt kann – mit Ausnahme des Gastlands USA – theoretisch auch ohne Agentur organisiert werden. Wenn du diese Möglichkeit wahrnimmst, musst du dir darüber im Klaren sein, dass keine Kontrolle der Gastfamilie stattfindet und dass du bei Konflikten im Ausland auf dich allein gestellt bist. In Eigeninitiative findest du eine Gastfamilie über sogenannte Internet-Agenturen, die lediglich als Kennenlern-Plattform dienen. Es gibt keine Beratung, keine Tipps oder sonstige Unterstützung. Beide Seiten lernen sich über ein Kurzprofil kennen und vertrauen blind aufeinander. Voreilige Einladungen von Gastfamilien sollten kritisch hinterfragt, geprüft und Vor- und Nachteile abgewogen werden. Dasselbe gilt für Gastfamilien, die in Weltmetropolen leben und ein unangemessen hohes Taschengeld anbieten. Hinter diesem verlockenden Angebot könnte sich auch ein unseriöses Gewerbe verstecken. Denn eines solltest du wissen: Als Au-Pair wirst du nicht reich!

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Kosten
Das Au-Pair-Programm ist – verglichen mit anderen Auslandsaufenthalten – sehr kostengünstig, da Unterkunft und Verpflegung von den Gastfamilien gestellt werden und die Teilnehmer zusätzlich ein Taschengeld erhalten. Dennoch muss mit gewissen Ausgaben gerechnet werden:

– Vermittlungsgebühr

– Reisekosten (außer beim Gastland USA)

– Auslandsversicherung

– Visumkosten

– Kosten für den internationalen Führerschein

– gegebenenfalls Kosten für einen Sprachkurs im Ausland

 

Die Vermittlungsgebühren variieren je nach Gastland. Innerhalb Europas verlangen die Agenturen für ihre Dienstleistung eine einheitliche Vermittlungsgebühr von 150 €, teilweise zuzüglich Mehrwertsteuer und Beratungsgebühr. Die Vermittlungsgebühr in ein Überseeland ist abhängig von der Agentur, ihrem Leistungsangebot und von dem jeweiligen Gastland. Weitere Leistungen können Interviews, Visumbeantragung, Telefonkarten, Versicherungen, Vorbereitungsseminare in Deutschland oder Einführungsseminare im Zielland, Sprach- oder Collegekurse und Freizeitveranstaltungen im Ausland sein. Ein Vorbereitungs- oder Einführungsseminar ist nicht zwingend notwendig, aber es kann dir den Auftakt im Gastland erleichtern. Darüber hinaus kannst du bei Einführungsveranstaltungen vor Ort gleich Freundschaften mit anderen zukünftigen Au-Pairs aus aller Welt schließen.

Das Au-Pair-Programm in den Vereinigten Staaten unterscheidet sich deutlich von den Programmen in anderen Ländern. Während die Au-Pairs die Kosten für die An- und Abreise selbst übernehmen müssen, werden die Reisekosten im Fall der USA von der Gastfamilie beglichen. Im Gegenzug müssen Bewerber eine Kaution in Höhe von circa 200 bis 350 € hinterlegen, die am Ende des Aufenthaltes zurückgezahlt wird. Sie dient als Sicherheit, damit das Au-Pair-Programm nicht als Urlaubsprogramm ausgenutzt wird. Zusätzlich zum Taschengeld erhalten Au-Pairs ein Studiengeld in Höhe von US$500.

Die Aufgaben eines Au-Pairs
Die Aufgaben eines Au-Pairs untergliedern sich in Kinderbetreuung und leichte Hausarbeit. Ein Au-Pair trägt nicht die volle Verantwortung für diese Aufgaben. Es soll lediglich die Eltern bei der Kindererziehung unterstützen und bei der Hausarbeit entlasten. Kinderbetreuung bedeutet für ein Au-Pair, mitverantwortlich zu sein für die alltäglichen Dinge im Alltag eines Kindes. Ein Au-Pair beschäftigt und beaufsichtigt die Kinder. Folgende Tätigkeiten sind üblich: mit den Kindern spielen, sie in den Kindergarten, zur Schule, zu Freizeitveranstaltungen oder zu Freunden bringen, ihnen vorlesen, mit ihnen basteln, turnen, ihnen bei den Hausaufgaben helfen etc.

Au-Pairs helfen bei der Zubereitung von kleinen Mahlzeiten speziell für Kinder wie beispielsweise Fläschchen warm machen, Obst schälen und zerkleinern oder klassische Kindermahlzeiten kochen. Auch das Füttern von Babys und Kleinkindern, das Tischdecken und -abräumen sowie das Ordnung halten in der Küche sind typische Aufgaben eines Au-Pairs. Im Bereich der körperlichen Hygiene gehört das Waschen, Baden, Zähne putzen und das An- und Ausziehen dazu. Bei Babys und Kleinkindern kommt das Windelnwechseln, die Hilfe beim Toilettengang und das Toilettentraining hinzu. Den Tagesablauf bestimmen die Kinder: Morgens müssen sie geweckt, am frühen Nachmittag gegebenenfalls zum Mittagsschlaf gelegt und abends ins Bett gebracht werden. Als Au-Pair trägst du zur Sicherheit der Kinder deiner Gastfamilie bei. Dazu gehört die gewissenhafte Betreuung der Kinder und das Abwenden von Gefahr – auch präventiv. Kleinkinder darfst du nie unbeobachtet lassen. Selbst wenn ein Kind schläft, solltest du immer in Reichweite sein. Es könnte sein, dass es frühzeitig aufwacht und nach einer Vertrauensperson sucht.

Die zweite Hauptaufgabe neben der Kinderbetreuung ist die Hilfe bei leichter Hausarbeit. Hin und wieder kommt es zwischen Au-Pair und Gastfamilie zu Diskussionen darüber, was leichte Hausarbeiten sind. Im Allgemeinen kann man sagen, dass man unter leichter Hausarbeit alltäglich anfallende Arbeiten im Haushalt versteht. Dazu können folgende Tätigkeiten gehören: aufräumen, Wäsche waschen und trocknen, bügeln, staubsaugen, abstauben, nass wischen, lüften, einkaufen gehen, kleine Mahlzeiten vor- und zubereiten, Küche aufräumen, spülen, gegebenenfalls Haustiere versorgen, das Haus oder die Wohnung hüten.

 

Die Zeit als Au-Pair wird dir reichlich Anerkennung verschaffen, Vergnügen bereiten und deine persönlichen Grenzen erweitern. Dennoch bringt das Leben als Au-Pair nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen mit sich. An beidem wirst du reifen und dich weiterentwickeln.

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