Au-Pair Einmaleins

Wissenswertes vor der Planung

weltweiser · Au-Pair auf dem Weg zur Gastfamilie

von Annike Henrix, weltweiser

Programm: Au-Pair

Erschienen in: (Nix für) Stubenhocker.

Die Zeitung für Auslandsaufenthalte,
Nr. 4 / 2014, S. 43

Kinder hüten, am Familienalltag in einem fremden Land teilhaben und nebenbei die Sprachkenntnisse vertiefen – für viele junge Erwachsene, vor allem Frauen, klingt diese Kombination verlockend. Man sollte sich jedoch nicht unvorbereitet ins Abenteuer Au-Pair stürzen. Der Austausch mit ehemaligen Au-Pairs und fundierte Vorabinformationen helfen, das Vorhaben realistisch anzugehen. Erste grundlegende Fragen werden im Interview mit Annike Henrix beantwortet, die für den unabhängigen Bildungsberatungsdienst weltweiser arbeitet.

Stubenhocker: Aufgrund der Schulzeitverkürzung werden die Abiturienten immer jünger und auch Jugendliche mit Mittlerem Schulabschluss interessieren sich für einen Au-Pair-Aufenthalt. Was gilt in Bezug auf das Mindestalter?

Annike Henrix: Wer als Au-Pair ins Ausland gehen möchte, muss volljährig sein. Uns ist derzeit keine deutsche Au-Pair-Agentur bekannt, die unter 18-Jährige in ihr Programm aufnimmt. Vereinzelt gibt es sogar Programme, die als Mindestalter 19 Jahre festlegen. Im Zweifelsfall gilt es also, die Zeit bis zum 18. Geburtstag zu überbrücken, beispielsweise mit einem Praktikum in einem Kindergarten oder mit dem Erwerb des Führerscheins, der von den meisten Au-Pair-Familien vorausgesetzt wird. Oder man verschiebt den Au-Pair-Aufenthalt auf den Zeitpunkt nach Beendigung der Berufsausbildung. Gerade ausgebildete Erzieher, Krankenpfleger oder Menschen aus ähnlichen Berufsgruppen haben oft besonders gute Chancen bei der Vermittlung.

Stubenhocker: Wie hoch sind die Kosten für ein Au-Pair-Programm?

Annike Henrix: Zunächst ist festzuhalten, dass ein Au-Pair-Aufenthalt im Vergleich zu anderen Gap Year-Programmen am günstigsten ist. Je nach Agentur und Zielland betragen die reinen Programmpreise zwischen 200 und 1.000 Euro. Zusätzlich fallen Kosten für die Anund Abreise an, die jedoch im Fall des klassischen Gastlands USA von der Gastfamilie übernommen werden, welche auch die Versicherungskosten zahlt. Aus diesem Grund ist ein Au-Pair-Aufenthalt in den USA vergleichsweise kostengünstig. Für die Überseeländer Australien, Neuseeland und Kanada kommen noch die mitunter hohen Flugkosten hinzu. Die Reisekosten innerhalb Europas sind dagegen vergleichsweise gering und fallen daher weniger ins Gewicht. Übrigens: Unterkunft und Verpflegung stellt die Au-Pair-Familie – egal um welches Gastland es geht. Zudem erhalten alle Au-Pairs ein monatliches Taschengeld.

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Stubenhocker: Ein klassisches Au-Pair-Programm beinhaltet 35 bis 40 Stunden Kinderbetreuung und ermöglicht zudem meist den wöchentlichen Besuch eines Sprachkurses. Was gibt es denn für Alternativen zu einem solchen Au-Pair-Programm?

Annike Henrix: Wer einen größeren Schwerpunkt auf den Spracherwerb legen möchte, kann an einem Demi-Pair-Programm teilnehmen, welches vor allem in Australien und Neuseeland, aber auch in Kanada angeboten wird. Die Arbeitszeit beträgt nur 15 bis 20 Stunden und das Au-Pair besucht mehrmals die Woche einen Sprachkurs. Die Kosten für einen solchen intensiven Sprachschulbesuch trägt das Au-Pair selbst. Vorteil an Demi- Pair-Programmen: Das Kindergeld wird in der Regel weitergezahlt, was beim klassischen Au-Pair-Programm nur unter sehr speziellen Voraussetzungen der Fall ist. Zudem ist man regelmäßig unter Gleichaltrigen. In den USA wiederum gibt es die Option, als Au-Pair College-Kurse zu besuchen und so einen Einblick in das amerikanische Studentenleben zu erhalten. Je nach Wohnort der Au-Pair-Familie ist der Besuch eines College-Kurses auch anstelle eines regulären Sprachkurses im Rahmen des klassischen Au-Pair-Programms möglich. Wer aber die Garantie auf ein Schnupperstudium mit mehreren Wochenstunden an einem US-College haben möchte, der kann sich gezielt für ein solches Kombi-Programm entscheiden.

Stubenhocker: Das hört sich alles nach recht langen Auslandsaufenthalten an. Gibt es auch kurze Au-Pair-Varianten?

Annike Henrix: Au-Pair-Programme in den USA dauern mindestens ein Jahr. In allen anderen Ländern sind beispielsweise sechs- oder neunmonatige Aufenthalte möglich, wobei viele Familien ihr Au-Pair gern für ein ganzes Jahr aufnehmen. In Australien muss man aus visarechtlichen Gründen nach einem halben Jahr die Gastfamilie wechseln. Kurzprogramme gibt es kaum. Angebote für zwei- bis dreimonatige Sommer-Au-Pair-Aufenthalte gibt es insbesondere noch in Europa, sie scheinen jedoch immer seltener zu werden. Alternativ entscheiden sich manche für die Arbeit als Camp Counselor in einem Feriencamp in den USA. Das ist aber ausschließlich während der amerikanischen Sommerferien möglich. Diese Variante bietet sich zum Beispiel als Überbrückung zwischen Abitur und Studienbeginn an.

Stubenhocker: Vielen Dank für diese ersten Informationen zum Thema Au-Pair.

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